Mittwoch, 23. Januar 2013

[REZENSION] "Im Zeichen des Mondfests" von Barbara Laban


Autorin: Barbara Laban
Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
Verlag: Chicken House (Oktober 2012)
Genre: Jugendbuch/ Fantasy
Originaltitel: Im Zeichen des Mondfests
vom Hersteller empfohlenes Alter: 11 - 13 Jahre
ISBN-10: 3551520488
ISBN-13: 978-3551520487
Preis: 12,95 €

Teil einer Reihe? Ja, 1. Teil
(Im Zeichen #1)

http://www.carlsen.de/chicken-house





Inhaltsangabe: (Quelle: Klappentext)

O nein! Sienna muss umziehen, ausgerechnet nach China. Alles ist Sienna so fremd hier, ihr Vater ist ständig unterwegs und die Haushälterin Ling quält sie mit chinesischen Schriftzeichen und seltsamen Essen. Doch dann entdeckt sie, dass Ling eine Diebin ist! Plötzlich wird es für Sienna gefährlich und sie muss Hals über Kopf fliehen. Zum Glück hat sie den Jungen Langlang an ihrer Seite und Rufus, ihren unsichtbaren Hund. Und gemeinsam versuchen sie herauszufinden, was Ling, ein geheimnisvolles Rätsel und das Verschwinden von Siennas Mutter vor einiger Zeit miteinander zu tun haben.


Meine Meinung:

„Im Zeichen des Mondfests“ von Barbara Laban ist ein wundervolles Kinderbuch, das den Leser einlädt sich gemeinsam mit einem jungen Mädchen und ihren Freunden auf ein faszinierendes und magisches Abenteuer in einem entfernten Land mit fremden Traditionen einzulassen.

Der Schreibstil der Geschichte ist flüssig und leicht verständlich. Interessant ist auch, dass die einzelnen Kapitel, die chinesischen Schriftzeichen wiedergeben, dahinter ihre Aussprache in Lautschrift niedergeschrieben ist und man zusätzlich die deutsche Übersetzung lesen kann. Die Erzählperspektive wird dabei aus der Sicht der Hauptprotagonistin, Sienna, geschildert und wirkt sehr lebendig.

Auch die Charaktere sind liebevoll beschrieben und wirken durch ihre Eigenarten und besonderen Fähigkeiten sehr vielseitig. Sienna, die Hauptprotagonistin ist ein junges Mädchen, das viel Mut beweist und die Hoffnung ihre verschollene Mutter in einem fremden Land wieder zu finden, nicht aufgibt. Auch scheint sie sehr tolerant zu sein, da ihr Vater ein viel beschäftigter Mann ist, der kaum Zeit für seine Tochter findet und sie gleich nach ihrer Ankunft in China alleine lässt. Siennas einziger Freund zu Beginn der Geschichte ist Rufus, ein unsichtbarer Hund. (Er ist wohlgemerkt nicht das einzige imaginäre Tier und treuer Begleiter in dieser Geschichte, dazu aber gleich mehr). Aber auch Langlang, ein chinesischer Junge mit trauriger Kindheit und Doktor Zou, der den Kindern hilft, wo er nur kann, kommen sehr authentisch rüber. Vor Allem aber fasziniert haben mich die unsichtbaren Tiere, die sich nur denjenigen zeigen, die den Glauben an ihre Existenz und das Magische nicht verloren haben. Sie stehen einem in jeder nur erdenklichen Situation bei, machen Mut und geben gute Ratschläge, jedoch nicht nur das - sie haben ihre eigene Meinung, diese sie auch offen äußern. Sie sind so dargestellt wie ein wahrer Freund sein sollte! Hierbei fühlen sich vielleicht viele an ihre Kindheit erinnert, denn wer von uns hat sich als Kind nicht auch immer einen unsichtbaren Freund, der ihm allein gehört und immer für einen da ist, gewünscht?! Besonders gut gefallen hat mir der kleine weiße Hase, Bai tuzi, der die Fähigkeiten besitzt, dass Menschen sich untereinander verstehen, obwohl sie eine fremde Sprache sprechen, obgleich es ihre Ausdrucksweise von sprachlicher Seite her ist, oder ihre Mimik und Gefühle. Auch ist er sehr weise. Dabei lassen sich selbstverständlich auch die weiteren „unsichtbaren Freunde“, wie Rufus, der Hund, Minka, die Katze und Xiaolong, der kleine Drache ins Herz schließen.

Demnach finde ich die Thematik „Freundschaft“, sowie „Mut und Vertrauen“ durch diese tollen Charaktere und ihre speziellen Freunde sehr treffend umgesetzt. Die Themen zusammen mit der Handlung der Geschichte, bei der die Autorin durch viel Kreativität und unvorhersehbaren Geschehnissen eine durchgehende Spannung aufgebaut hat, wurden eingebettet in Einblicke eines fernen Landes, dessen fremde Kultur und Traditionen. An manchen Stellen hätte ich mir zwar detailliertere Beschreibungen der Umgebung und Kultur gewünscht um mir ein besseres Bild machen zu können wie genau es dort gerade aussieht…

Dafür passt der Titel „Im Zeichen des Mondfests“ hervorragend zur Handlung der Geschichte. Denn er spiegelt meiner Meinung nach die Geheimnisse und Rätsel, die mit dem Verschwinden von Siennas Mutter zu tun haben und die Erlebnisse, die die Kinder bei ihrer Abenteuersuche erleben sehr gut wieder. Vor Allem stehen jedoch all diese rätselhaften Ereignisse in Verbindung mit dem baldig stattfindenden Mondfest. Auch die Covergestaltung finde ich sehr gelungen und treffend. Es zeigt einen leicht durchsichtigen Drachen (womöglich Xiaolong, den kleinen Drachen) auf einem roten Hintergrund, dieser mit dem Rot doch auch sehr gut zu China passt, da die chinesische Flagge ja auch Rot ist. Am Rande kann man noch Kirschblütenzweige sehen und entlang der unteren Borte des Covers lassen sich noch in einem etwas dunkleren Rot abgesetzte Silhouetten von chinesischen Tempeln erkennen. Allen in allem ergibt dies ein herrliches Gesamtbild, welches dsich im Inhalt der Geschichte sehr gut reflektiert.

Aber worum geht es in der Geschichte? Sienna ist gezwungen mit ihrem Vater, der beruflich nach China versetzt wird von England nach China zu ziehen.  Ausgerechnet in das Land, in dem ihre Mutter vor kurzem spurlos verschwunden ist. Da Siennas Vater aber beruflich viel unterwegs ist und kaum Zeit für seine Tochter hat, hat er eine Haushälterin, Miss Ling, organisiert, die auf Sienna aufpassen soll und ihr die neue Sprache näher bringen soll. Allerdings ist die Haushälterin ein ganz schönes Biest, aber nicht nur das, durch Zufall findet Sienna heraus, dass Miss Ling ihre Familie auch noch beklaut… Und Sienna wird die Vermutung nicht los, dass Miss Ling auch etwas mit dem Verschwinden ihrer verschollenen Mutter zu tun hat. Hier beginnt das magische Abenteuer, bei der Sienna viele tolle neue Freunde findet, die ihr helfen die rätselhaften Ereignisse zu lösen und ihre Mutter in einem fremden Land wieder zu finden.

Da ich euch nicht zu viel verraten möchte, habe ich die Inhaltsangabe nun wirklich sehr knapp gehalten, da ihr meiner Meinung ja bereits auch schon weitere Informationen über die Geschichte entnehmen könnt!


Fazit:

Eine fantastische Abenteuergeschichte für Kinder und alldiejenigen die offen für kindliche Fantasien sind, alle anderen die eher eine Abneigung gegen unsichtbare Freunde hegen, sollten besser die Finger von dem Buch lassen, da diese womöglich enttäuscht sein könnten. Zauberhafte Freundschaften und Einblicke in eine fremde Kultur runden das ganze ab! 





Vielen lieben Dank an den Chicken House Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar!

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