Sonntag, 24. Februar 2013

[Rezension] "Breathe - Gefangen unter Glas" von Sarah Crossan

Autorin: Sarah Crossan
Gebundene Ausgabe: 432 Seiten
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (März 2013)
Genre: Jugendbuch / Dystopie
Originaltitel: Breathe
deutscher Titel: Breathe - Gefangen unter Glas
vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 - 16 Jahre
ISBN-10: 3423760699
ISBN-13: 978-3423760690
Preis: 16,95 €
ebook: 14,99 €

Teil einer Reihe? Ja, 1. Teil einer Reihe

http://www.dtv.de




Inhaltsangabe: (Quelle: Verlagsseite)

Atme, solange du noch kannst

Eine Welt ohne Sauerstoff. Alles scheint tot.Unter einer Glaskuppel gibt es nur wenige Überlebende:

Alina, hat sich schon vor Langem den Rebellen angeschlossen, die gegen die Allmacht von »Breathe« kämpfen, und wurde nie gefasst. Bis jetzt...

Quinn, will als Sohn eines ranghohen »Breathe«-Direktors eigentlich nur einen harmlosen Ausflug ins Ödland machen. Bis er dort auf Alina trifft...

Bea, Tochter eines Bürgers zweiter Klasse, wollte den Trip raus aus der Kuppel nutzen, um Quinn endlich für sich zu gewinnen. Doch dann taucht Alina auf...

Die Begegnung mit Alina verändert für Bea und Quinn alles.



Meine Meinung:

„Breathe – Gefangen unter Glas“ von Sarah Crossan ist der erste Band und ein grandioser Auftakt einer neuen dystopischen Dilogie. In spannungsgeladener Action entführt uns die Autorin in eine Welt ohne ausreichend Sauerstoff, die für mich in diesen Ausmaßen undenkbar wäre und konfrontiert uns mit den wichtigen Themen des „Umweltschutzes“ und  den „Erhalt natürlicher Ressourcen“.  

Da es sich hierbei um ein Jugendbuch handelt, ist der Schreibstil locker und leicht verständlich zudem ist er dem jugendlichen Slang angepasst. Die Erzählperspektive wird abwechselnd aus der Sicht des jeweiligen Hauptprotagonisten in der Form des Ich-Erzählers geschildert. Durch diese Sichtweise bekommen wir als Leser die Gedanken der erzählenden Person aus nächster Nähe mit und können uns leichter mit ihm / ihr identifizieren. Die einzelnen Erzählabschnitte der betreffenden Personen sind dabei relativ kurz. Dieser ständige Wechsel verleiht der Geschichte einen ungeheuren Ausdruck an Dynamik und steigert die Spannung ungemein. Im Allgemeinen wurde die Geschichte im ersten Band in fünf Teile untergliedert.

Zum Aufbau der Handlung ist es so, dass wir als Leser uns gleich mitten im Geschehen befinden und direkt in die Geschichte hineingeworfen werden. Hierzu ein Zitat und gleichzeitig der erste Satz, der mich sofort gefesselt hat. „Atmen ist ein Grundrecht, kein Privileg.“ (Seite 11). Wir befinden uns direkt bei der Straftat der Rebellin Alina, wie sie im Biotop der Kuppel Pflanzensetzlinge stiehlt, um diese außerhalb der Kuppel im Ödland bei dem Versteck der Rebellen im Rebellenhain neu anzupflanzen um neues Leben zu erschaffen. Anschließend lernen wir das Leben innerhalb der Glaskuppel aus 2 unterschiedlichen Sichten kennen. Einmal aus der Sicht der Hauptprotagonistin Bea, einer Second und dann aus der Sicht des Hauptprotagonisten Quinn, ein Premiumbürger. Wir erfahren, dass es zwei Gesellschaftsschichten gibt. Die Premiums stellen die obere Schicht der reichen und privilegierten Bewohner der Kuppel dar. Sie können sich zusätzlichen „besseren“ Sauerstoff leisten, dadurch auch Sport treiben und echte im Boden gewachsene Nahrungsmittel kaufen. Die Seconds hingegen stellen die Unterschicht der Arbeiterklasse dar. Ihr Sauerstoffverbrauch wird genauestens bemessen, so dass sie es sich nicht leisten können Gäste nach Hause einzuladen oder ihre Babys normal durch die Wohnung krabbeln zu lassen (sie müssen angebunden werden), da dies ein erhöhter Sauerstoffverbrauch bedeuten würde auf diesen eine Sauerstoff-Steuernachzahlung aufgerechnet wird. Auch sind sie gezwungen sich von synthetischem mit Vitaminen angereichertem Brot und Joghurt aus künstlichen Früchten zu ernähren.

Nach und nach erfahren wir im Verlauf der Handlung wie es zu diesem heutigen Leben kam. Durch die Zerstörung der Natur durch die Menschen, die unüberlegt zahlreiche Bäume und Pflanzen gerodet haben, sank der Sauerstoffgehalt der Luft auf 4 % und die Weltbevölkerung hat sich nach diesem Switch um 99,5 % vermindert. Das Überleben der restlichen 0,5 % konnte nur mittels Sauerstoffmasken mit Sauerstoffflaschen gesichert werden, solange bis die Kuppel erbaut wurde. Seitdem spielt sich das Leben in der Kuppel ab und wird durch geheime Intrigen des Ministeriums so dargestellt, dass ein Leben außerhalb der Kuppel ohne Sauerstoffgeräte nicht möglich sei.

Die Spannung erlebt ab und an eine kleine Steigerung durch unvorhersehbare Wendungen der Geschehnisse und den auftretenden sich von selbst klärenden Intrigen, die einem beim Lesen nach und nach wie Schuppen vor die Augen fallen und einen zutiefst empören. Man fragt sich wie jemand so etwas hundsgemeines überhaupt verantworten kann...

Mit viel Liebe zum Detail beschreibt Sarah Crossan das Leben in der Kuppel und das umstehende Ödland, so dass man sich mit Leichtigkeit ein eigenes Bild davon erstellen kann. Auch die Charaktere sind vielseitig und jeder für sich ist sehr facettenreich gestaltet. So haben wir Quinn, den Hauptprotagonisten, Sohn eines ranghohen „Breathe“-Direktors mit ungeheurer Macht auf die Gesellschaft. Er ist ein sympathischer Kerl, der bisher unbeschwert sein Leben genießen konnte und seinem Vater unbedingt beweisen möchte, dass er etwas aus eigener Kraft erreichen kann. Bea hingegen ist als Second in einer Arbeiterfamilie aufgewachsen und hatte es nie leicht im Leben. Sie ist liebenswert, intelligent und sehr aufgeweckt. Ihre Stärke liegt in ihrem Mut und der Zuversicht in den Menschen etwas Gutes zu sehen und es durch ihre liebevolle Art und große Geduld zum Vorschein zu bringen. Sie ist seit Jahren in Quinn verliebt, ihren besten Freund, dieser sie jedoch nur als beste Freundin auf dem Schirm hat, sie dafür aber völlig gleichwertig behandelt und sich nicht wie etwas Besseres aufführt. Alina scheint zu Beginn ein wenig zwielichtig zu sein. Sie wirkt kühl und berechnend und hat nur eine Mission – sie kämpft für ein neues Leben außerhalb der Kuppel. Nach und nach scheint ihre äußere harte Fassade aber zu bröckeln und auch bei ihr kommen tiefe innere Gefühle zum Vorschein, weshalb sie ein ganz besonderer Charakter der Geschichte ist.

Aber was passiert eigentlich in der Geschichte? Quinn und Bea haben einen gemeinsamen Ausflug ins Ödland geplant, wobei Alina wie aus dem Nichts auftaucht und sich geschickt bei Quinn einschleimt, wodurch Quinn und Bea Alina an der Grenzüberwachung helfen aus der Kuppel zu entkommen. Nun erfahren sie die Wahrheit über Alina, dass sie für die Rebellen arbeitet und dass das Leben in der Kuppel alles nur Lug und Betrug ist. Eine spannungsgeladene, abenteuerliche Reise mit vielen lauernden Gefahren und so manch unangenehmen Wahrheiten beginnt. Da ich euch an dieser Stelle aber nicht zu viel vornweg nehmen möchte, belasse ich es bei dieser Aussage, da ich euch sonst um so manch spannende Momente bringen müsste, was ich natürlich nicht möchte…

Ich kann nur sagen, dass mir das Ende des ersten Bandes sehr gut gefallen hat, da dieser nochmal eine kleine Wendung in sich beinhaltet, es keine fiesen Cliffhanger gibt, da das Ende relativ offen gehalten wurde, aber dennoch auf einen Folgeband vermuten lässt.

Der Titel „Breathe – Gefangen unter Glas“ passt hervorragend zur Geschichte und spiegelt sich in ihr eindeutig wieder. Auch die Covergestaltung ist treffend gewählt. Es ist in zwei Hälften aufgeteilt, diese das Leben in und außerhalb der Kuppel präsentieren. Auf der einen Seite sehen wir einen jungen Mann (womöglich Quinn, als Premiumbürger), der in dem gelblichen künstlichen Licht innerhalb der Kuppel steht und auf der anderen Seite außerhalb der Kuppel steht ein junges Mädchen (womöglich Alina, die Rebellin) in natürlichem bläulichem Licht und es fällt Schnee. Ganz zart zu erkennen ist, wie kleine Atemwölkchen vor ihrem Mund in die Luft aufsteigen. Auch die Buchstaben der Hauptüberschrift des Titels „Breathe“ wirken durch die spezielle Darstellung direkt kühl und abweisend, da sie wie große Eisblöcke dastehen, von denen eine ungeheure Kälte ausgeht.


Fazit:

Ein Buch das an seine Leser appelliert sich Gedanken über unser Verhalten und unserer Beziehung zur Natur und ihrer wertvollen Ressourcen zu machen, liebevoll verpackt in einem spannungsgeladenen ersten Band, der den grandiosen Auftakt einer neuen dystopischen Dilogie darstellt.




Buchtrailer:



Vielen lieben Dank an den Deutschen Taschenbuch Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar!

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