Interview mit Anna Schneider

Elchi | Montag, 31. März 2014 | 1 Kommentar
Name / Autorennamen (Pseudonyme):
Anna Schneider

geboren:
1966 in Bergneustadt im Oberbergischen Kreis

Homepage / Blog:

Facebook:
Anna Schneider - Jugendbücher






Foto: by Marcella Merk


Ab wann war Dir bewusst, dass du Autor(in) werden wolltest? 
Was hat Dich dazu bewegt?


Das war zunächst keine bewusste Entscheidung. Ich schrieb eine Geschichte und reichte sie bei einem Wettbewerb ein. Ich gewann den ersten Preis und natürlich fragte ich mich, ob das ein Zufall war. So führte dann eins zum anderen.  

Gibt es in deinen Büchern Parallelen zu eigenen Erfahrungen, die dich dazu inspiriert haben? Bzw. woher nimmst du deine Inspiration?

Es fließen ganz sicher auch Dinge aus meinem eigenen Leben mit ein. Allerdings nur am Rande. Das meiste in meinen Büchern und Geschichten ist pure Fantasie. Die Inspiration dazu finde ich in Gesprächen, wenn ich Zeitung lese, auf Spaziergängen. Neulich ging ich zum Beispiel unter einem Balkon entlang und wurde von einem Tropfen getroffen. Ich wischte ihn weg, schaute auf meinen Finger. Wenn das Blut gewesen wäre, was wäre dann da oben passiert? Und schon bin ich mitten drin in einer Geschichte.

Was bedeutet Lesen für Dich?

Lesen ist für mich wie Essen und Trinken. Es gehört einfach zu meinem Leben dazu. Und Buchhandlungen. Und Büchereien.
 
Hast du als kleines Kind schon gerne gelesen?

Die Liebe zu Büchern habe ich ganz sicher von meiner Mutter. Ich bin schon als Schulkind sehr gerne in den Buchladen vor Ort gegangen. Wenn ich zu wenig Geld hatte, um mir selbst Bücher zu kaufen, dann habe ich die Leihbücherei aufgesucht. 
 
Welche waren deine liebsten Kinderbücher?

Die Reihe um Pippi Langstrumpf, glaube ich. Weil die so frech war. Aber ich mochte auch die Wawuschels mit den grünen Haaren sehr. Und das Sams. Von den neueren Büchern mag ich den Dr. Brumm sehr.
 
Wer ist dein(e) Lieblings-Autor(in)?

Das ist schwer, denn es gibt so viele gute Autorinnen, da fällt es mir schwer, mich für eine zu entscheiden. Vielleicht Charlotte Link. Ich finde einfach toll, wie sie schreibt. 
 
Welche Genres liest du am liebsten? 
Welche Genres magst du nicht so gerne? Und warum?

Krimi ist mein bevorzugtes Genre. Ich lese aber auch gerne mal einen Liebesroman oder eine Biographie. Ich bin da nicht so festgelegt. 
 
Liest du lieber Bücher mit Happy End oder ohne?

Da geht beides. Es muss nur passen. Wobei mir gerade auffällt, dass ich lange schon kein Buch ohne Happy End gelesen habe.
 
Darf eine Geschichte auch total skurril und abgefahren sein, oder sollte sie trotz Fantasy-Elemente lieber authentisch wirken?

Auch hier: Es muss einfach passen. Stil, Handlung und Figuren sollten harmonieren, dann kann es auch abstrus sein. „Per Anhalter durch die Galaxis“ zum Beispiel ist herrlich!
  
Was gefällt Dir an einem Buch überhaupt nicht?

 Zu manchen Büchern finde ich einfach keinen Zugang. Manchmal liegt das an der Sprache, an der Handlung oder mir gefallen die handelnden Charaktere nicht. Das heißt aber nur, dass es mir nicht gefällt. Andere mögen das ganz anders sehen. Und das ist gut so. Geschmack ist eben etwas sehr Individuelles.

Wie sehen deiner Meinung nach die perfekten Charaktere aus? 
Welche Eigenschaften sollten sie besitzen?

Oje. Perfekt? Wer will das denn? Sie müssen mich anrühren, neugierig machen, ärgern – sprich: In irgendeiner Form mein Interesse wecken. Dann sind sie gelungen. 

Was hältst du von Buchreihen? 
Liest du sie gerne oder magst du lieber Einzelbände?

Ich mag beides. Ich liebe Buchreihen, weil ich darin die Protagonisten immer wieder „treffen“ kann und mehr über deren Charakter erfahre.
 
Bevorzugst du Taschenbücher, Hardcover Ausgaben oder E-Books? Und warum?

Ganz ehrlich: Ich bin hoffnungslos altmodisch. Ich mag Bücher zum Anfassen. Ich habe einen Reader als Geschenk bekommen. Aber er staubt eigentlich nur vor sich hin. Ich kaufe mir gerne Taschenbücher. Zu Geburtstagen und anderen Feierlichkeiten wünsche ich mir jedoch Hardcover Ausgaben, schöne Bücher sozusagen.
 
Darf ein Buch Leserillen und Eselsohren haben, oder sollte es möglichst neu aussehen (auch nach dem Lesen)?

Ich gehe recht sorgfältig mit meinen Büchern um. Leserillen finde ich nicht so schlimm, denn es zeigt, dass das Buch benutzt wurde. Eselsohren hingegen kann ich überhaupt nicht leiden. 

Wie wichtig ist dir das Cover eines Buches?

Sehr wichtig! Ich habe schon oft ein Buch nur wegen des Covers gekauft. Manchmal war ich enttäuscht, aber häufiger habe ich dadurch auch ganz neue Autoren für mich entdeckt.

Hast auch du einen SuB (Stapel ungelesener Bücher) und weißt wie viele Bücher sich in etwa darauf befinden?

Nein. Ich habe ein RuB = Regal ungelesener Bücher. Und ich weigere mich, sie zu zählen, sonst müsste ich mir vermutlich für einige Zeit ein Buchkaufverbot auferlegen. Das geht gar nicht.

Wie findest du Buchverfilmungen? 
Magst du diese gerne oder schaust du dir diese lieber nicht an?

Ich schaue mir gerne Verfilmungen an, sehe sie aber als eine eigenständige Kunstform, die mir das Lesen nicht ersetzt. Um nicht zu viele Vergleiche anzustellen, lasse ich möglichst ausreichend Zeit zwischen Buch und Film vergehen.
 
In welches Buch würdest du dich gerne einmal selbst hinein träumen?

In keines. Mein Leben ist traumhaft. Meistens zumindest.

Wo liest du am liebsten?

Auf dem Sofa, im Sessel, im Bett, draußen, drinnen, in der Bahn ...

Was gehört für Dich zu einem gemütlichen Lesenachmittag /-abend dazu?


Ein Kaffee oder Tee. Das eine wärmt den Körper, das andere den Geist.

Liebe Anna, ich bedanke mich recht herzlich für dieses tolle Interview und deine ausführlichen Antworten! Sei ganz lieb gedrückt, Michèle!