Dienstag, 2. Mai 2017

[Blogtour - Station #1] "Hollerbrunn" - Tina Skupin

Huhu ihr Lieben,

ich heiße euch "Herzlich Willkommen!
zum ersten Tag unserer Blogtour  
"Hollerbrunn" von Tina Skupin!


Bei mir erhaltet ihr heute kleine Einblicke zu "Hollerbrunn"!




"Hollerbrunn" - Tina Skupin

Ein verschneites Tal.
Ein altes Geheimnis.
Zwei verfeindete Schwestern.

Pünktlich zum ersten Advent kehrt im Hollertal Jahr für Jahr der Winter ein und verwandelt das Tal in eine märchenhafte Zauberwelt. Doch für Marie ist in diesem Jahr nichts mehr wie zuvor, nachdem ihre Mutter an Krebs starb und Stiefmutter und Stiefschwester ins Haus kamen.

Auf dem Hof der alten Frau Hollerbrunn findet Marie Trost, Freundschaft und ganz überraschend die Liebe. Doch ihre Stiefschwester Pegg folgt ihr an den Hof und droht Maries zartes Glück zu zerstören. Und Pegg ist ihr geringstes Problem: Den Hollerhof umgeben finstere Geheimnisse, und bald muss Marie nicht nur für ihr eigenes Glück kämpfen, sondern auch um die Zukunft des ganzen Tals.

Der dritte Band der Märchenspinner entführt den Leser in die eisig-schöne Welt der Alpen. Tina Skupin kombiniert das Frau Holle-Märchen der Gebrüder Grimm mit traditionellen Alpensagen sowie einem Schuss „Eiskönigin“ zu einer Geschichte um Familie, Abschied und Neubeginn.
 
 
Band 3 aus der Reihe der Märchenspinner.



 
Tina Skupin

 
(Bildquelle: https://tinaskupin.wordpress.com/uber-mich/) 
 
Tina Skupin, Jahrgang 1977, wuchs in Völklingen an der Saar auf. Nach einem Zwischenstopp in Halle an der Saale lebt sie mittlerweile mit Partner und Töchterchen in Stockholm. Schriftstellerisch treibt sie sich in allen Bereichen der Fantastik herum, von Steampunk bis Science Fiction. Ihr Herz schlägt vor allem für die klassische Urban Fantasy. Außerdem ist sie eine leidenschaftliche Bewohnerin des Internets und auf so ziemlich allen Kanälen zu finden. Ihr erstes Buch, EventuElche, erschien Mitte 2016. Darin beschreibt sie ihre Erfahrungen mit dem Auswandern nach Schweden.
Tina ist süchtig nach Legos und ein erklärtes Marvelgirl. Zu ihren Hobbys (für die nie genug Zeit bleiben) gehören mittelalterliches Schwertfechten (Langschwert), klettern (trotz Höhenangst) und lesen (natürlich).

Homepage der Autorin: https://tinaskupin.wordpress.com/


 


Interview mit Tina Skupin

Ab wann war dir bewusst, dass du Autorin werden wolltest?
Was hat dich dazu bewegt?

Ich habe immer Geschichten erfunden, war immer mit dem Kopf halb in den Wolken. Ernsthaft angefangen zu schreiben habe ich, als ich nach Schweden kam. Es war November, es war dunkel und kalt und eklig, und mehr aus Langeweile hab ich beim Nanowrimo mitgemacht. Danach wusste ich, dass ich nie mehr was anderes tun möchte.


Gibt es in deinen Büchern Parallelen zu eigenen Erfahrungen,
die dich dazu inspiriert haben?
Bzw. woher nimmst du deine Inspiration?

Von überallher. Ich nehme Erlebnisse, Menschen, die mir begegnen, Orte, an denen ich war, und vermische sie zu einer neuen Geschichte. Hollerbrunn zum Beispiel enthält: Das Frau Holle Märchen; Alpensagen; Ein Urlaub in den Lechtaler Alpen inclusive Lawinenalarm; die Zwillinge aus Matrix 2; Meine Zeit in einer WG; Disneys Eiskönigin; der schwedische Winter; der Tod meiner Schwägerin und die Auswirkungen auf ihre Kinder; meine eigene Schwester und unser Verhältnis und Dutzende andere Einflüsse.

 
Gibt es Autoren, die dir ein Vorbild sind oder dich inspirieren?

Meine Lieblingsautorin ist Seanan McGuire. Sie schreibt die Art Bücher, die ich schreiben und lesen möchte. Isabel Allende brachte mir die Liebe zum Fabulieren und zum geschriebenen Wort. Neil Gaiman schreibt, was er möchte, wann er es möchte, lässt sich nicht von Genre einschränken: Comics, Reportagen, Kinderbücher, Urban Fantasy, für ihn ist nur die Geschichte wichtig. Und natürlich der wunderbare Terry Pratchett, zu dem ich nichts weiter sagen muss.

    
 Wie entstand die Idee zu „Hollerbrunn“?
 
Ich schaute mir die DEFA-Verfilmung an und da kam mir der Gedanke „die Pechmarie ist nur ein stinknormaler Teenager.“ Daraus hat sich der Rest entwickelt: Wenn sie nicht böse ist, wie kann man dann Frau Holles Strafe einschätzen? Und wie ist das Verhältnis zu der Goldmarie? Wer sind die Backöfen der Frau Holle? Verfluchte Menschen so wie bei „Schöne und das Biest“? Monster? Sind die so geboren? Wollten die immer schon Backofen werden? Ein Gedanke führte zum anderen bis das Buch stand.

 
Wie bist du beim Schreiben von „Hollerbrunn“ vorgegangen?
Hattest du einen von dir vorgegebenen Aufbau und diesen dann abgearbeitet,
oder haben sich die Geschichte während des Schreibens frei entwickelt?

Wenn ich eine neue Geschichte anfange, habe ich immer die Hauptcharaktere, einen Plan für die ersten Kapitel, eine Handvoll geplante Szene aus der Mitte und kenne das Ende. Und dann schreibe ich einen sehr schnellen ersten Entwurf ungefähr innerhalb eines Monats. Erst danach weiß ich genau, wie die Geschichte aussehen wird, stelle einen ganz genauen Szenenplan auf und schreibe die Geschichte entsprechend um.

 
Wie sind die Protagonisten entstanden?
Gab es für sie eine Vorlage oder haben sie während des Schreibens
einen freien Willen entwickelt?

Sowohl als auch. Ich hatte ein recht genaues Bild davon, wer sie waren, und wie sie sich verhielten, aber während dem Schreiben gab es einige Überraschungen (Siehe Frage 8).

 
Welchen deiner Charaktere würdest du gerne einmal live kennenlernen
und was würdest du am liebsten mit ihm / ihr unternehmen und erleben?

Ronan und Waldemar kommen in dem Buch kaum vor. Ich hatte viel mehr Szenen mit ihnen geplant und musste die schweren Herzens alle streichen, weil sie nicht in den Gesamtplot passten. Tatsächlich sind die beiden schreckliche Trickstercharaktere, die nur Blödsinn im Kopf haben. Ich würde furchtbar gerne mit denen auf einen Roadtrip gehen - auch wenn wir vermutlich im Knast landen würden!
 
 
Was war bei "Hollerbrunn“ die größte Herausforderung?

Vorsicht Spoiler in der Antwort enthalten!
Lesen auf eigene Gefahr!
 
Die Beschreibung von Marie. Die anderen Charaktere sind relativ zielgerichtet: Pegg ist ein Teenager, die keine Lust hat, in einem Bergdorf zu leben. Desiree hat sich breitschlagen lassen, das Restaurant der Exfrau zu übernehmen und ist völlig überfordert.

Bei Marie ist das nicht so einfach. Meine Inspiration für Marie war die Liedzeile von Rosenstolz „Ich geh auf Glas“: Alles, was sie tut, jede Entscheidung, die sie trifft, sogar ihre Liebe zu Florian, passiert vor dem Hintergrund und ist durchsetzt mit diesem entsetzlichen Schmerz, dem Tod ihrer Mutter. Und manche ihrer Entscheidungen sind ziemlich naiv. Ich selbst wollte sie mehrmals schütteln und anschreien „wie blöd kann man sein“?

Marie ist die Hauptperson, und wir sind es gewöhnt, dass Protagonisten, vor allem Weibliche, immer gute Entscheidungen treffen.

Kleiner Spoiler: In der zweiten Hälfte tauschen Pegg und Marie kurzfristig die Rollen, und Marie wird zur Antagonistin. Ich wollte zeigen, dass Gut und Böse in jedem Charakter liegen. Pegg ist am Anfang des Buchs ein Aas, weil sie einsam ist und gemobbt wird. Marie dreht in der Mitte des Buches frei, weil sie lieber die Augen vor der Wahrheit verschließt, als alles wieder zu verlieren. Und das musste ich alles zwischen die Zeilen schreiben, ich konnte das nicht explizit so hinschreiben, wie ich das hier erkläre. Das zu einem runden Bild zu machen, ohne Marie als Charakter zu zerstören, war das Schwerste, was ich bisher geschrieben hab.
 

Wie lange hat es gedauert von der Idee bis zum fertigen Buch?
 
10 Monate. Ich habe aber zwischendurch auch an anderen Projekten gearbeitet.
 
 
Welches ist dein Lieblingszitat oder deine Lieblingsstelle
"Hollerbrunn“?

„Der Schnee fiel in sanften Flocken vom Himmel und verwandelte das Tal in eine Märchenwelt. Auf jedem Baum und jedem Weg lag die weiße Masse. Es sah aus wie eine Scheißpostkarte!“


Was würdest du davon halten, wenn „Hollerbrunn“
verfilmt werden würde?
Wie sähe deine Wunsch-Besetzung der Hauptcharaktere aus?

Es wäre auf jeden Fall eine interessante Erfahrung, und ich würde mich sehr geehrt fühlen. Als Besetzung würde ich nehmen: Judi Dench als Frau Hollerbrunn, Kat Dennings als Pegg, und für Marie? Emma Watson oder Natalie Portman.

 
Wie dürfen wir uns deinen Arbeitsplatz vorstellen?
Herrscht dort eher das „Kreative Chaos“ oder steht alles an seinem Platz
und ist perfekt durchorganisiert?

Chaos! Einmal in der Woche bekomme ich den Rappel und räume auf.
Das hält dann so etwa zwei Stunden.

 
Kannst du uns schon verraten welche Projekte
für die Zukunft geplant sind?

Ich habe immer viel zu viele Projekte. Auf meiner Festplatte liegen sieben Buchprojekte, die zumindest im ersten Entwurf fertig sind.

Als nächstes steht das Lektorat für Valkyrie an. Das ist mein Magnus Opus, meine Urban Fantasy Serie, an der ich seit 2012 arbeite. Band 1 erscheint zur Leipziger Buchmesse im OhneOhren Verlag, und ich freue mich schon ganz wahnsinnig darauf. Walküren! Näckar! Trolle! Loki- oh mein Gott, Loki...

Vor Valkyrie werde ich noch was selfpublishen, meine Supermamas sind derzeit im letzten Korrekturdurchgang, und vielleicht werden die Spacenarwale auch noch vorher fertig (Ja, Narwale im Weltall, und jetzt wisst ihr, warum Neil Gaiman mein Vorbild ist!)
 
 
Wie wichtig sind dir Rezensionen?
Liest du sie und wie gehst du mit Kritik um?

Also, Kritik ist für mich erst mal was Positives. Es hilft mir, zu sehen, wo ich mich noch verbessern kann. Die meiste Kritik bekomme ich von Test- oder Betalesern, und ich habe das Glück, da mehrere zu haben, die gnadenlos ehrlich sind.

Zu den Rezensionen: Wenn ich einem Blogger ein Rezensionsexemplar schicke, also mit dem Leser Kontakt habe, und aktiv um eine Rezi bitte, lese ich sie und bedanke mich dafür (egal, ob die Rezi positiv oder negativ ausfällt. Ich bedanke mich für die Mühe, die sich jemand gibt, nicht dafür, dass er möglichst viel klatscht).

Amazon-Rezensionen dagegen sind meiner Meinung nach nicht für mich als Autor gedacht (auch wenn sie mir als Autor wahnsinnig weiterhelfen). Sie sind subjektive Einschätzungen von Lesern für Leser, und das ist auch gut so. Auf Amazon und Goodreads entspinnen sich regelrechte Diskussionen über einzelne Buchabschnitte. Ich denke, wenn ich mich als Autorin da einmischen würde, würde ich mehr stören als das Gespräch bereichern. Deswegen halte ich mich da zurück.
 
 
 
 
 
Textstellen aus Hollerbrunn:
 
„Du hast noch nie einen Winter im Hollertal erlebt. Die Saison beginnt immer am ersten Advent. Glaub mir, übermorgen schneit es. Bestimmt gefällt es dir dann auch!“ Tanzende Flocken! Reifüberzogene Äste! Kinder, die Schneemänner bauten.


Vor dem Fenster heulte der Wind und eine Windbö brachte das Glas zum Knacken. Für einen Augenblick gaben die Nebel die Sicht auf den Hollergipfel frei, dem höchsten der Berge, die das Tal umstanden. Bei gutem Wetter wirkten die Berge wie freundliche Wächter, die das Tal vor der Außenwelt behüteten. Heute schienen sie das Dorf zu umzingeln wie Riesen aus den alten Sagen.


„Was hat dies hier zu bedeuten?“, schallte Frau Hollerbrunns Stimme durch den Raum. Sie trat an uns vorbei und griff sich zwei Pfeffernüsse. Ein Heiligenschein schien ihren Kopf zu umgeben, wie ein Lichterkranz. Ich glaubte, eine Krone in ihrem Haar zu sehen, eine Krone  aus Eis oder aus Kristall. Schritt für Schritt trat die alte Frau auf die Vorratskammer zu, die glühend heißen Pfeffernüsse in den ausgestreckten Händen. Die Kammer zögerte, dann schlugen ihre Türen zu. Für einen Wimpernschlag schien die Welt den Atem anzuhalten. Dann flammten die Lichter auf: Die Elektrik funktionierte wieder.


Frau Hollerbrunn lachte. „Wer würde schon so etwas glauben? Früher, als man noch an Berggeister und Krampus glaubte, da kamen die Menschen der Wahrheit näher als heute. Schreiben die Reporter nicht jedes Jahr über das Märchental? Aber niemand glaubt heute noch wirklich an Märchen.“ 
 


 


Übersicht der teilnehmenden Blogs: 
 

02.05. - Elchi's World of Books & Crafts   (bei mir) - Hollerbrunn - Das Buch
03.05. - Lesemaus87 - Die Figur der Frau Holle
04.05. - Leseengels Buchblog - Verlust als Jugendlicher
05.05. - Bookwormdreamers - Patchworkfamilien
06.05. - Buchstaebliches - Sagen und Legenden der Alpen
07.05. - xxx
08.05. - Myna Kaltschnee - Geliebt und gehasst: Geschwister


Bereits morgen geht es bei der lieben Rebecca
von Lesemaus87 mit "Die Figur der Frau Holle" weiter!

Also schaut doch wieder vorbei!


Viel Spaß!
wünscht euch eure Elchi

Kommentare:

  1. Hallöcchen :-)
    Kaum habe ich das Cover bei Veröffentlichung auf FB entdeckt und sofort damit auch wieder ein Buch für mich entdeckt habe welches ich bisher noch nicht vorbestellt habe und ich freue mich wahnsinnig auf die Tour!

    VLG Jenny

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  2. Dankeschön für deinen echt tollen Beitrag.

    Liebe Grüße,
    Daniela

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  3. Huhu

    Die Textstellen klingen echt toll und das Interview finde ich super!

    Lg

    Steffi

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