[REZENSION] "Mein Traummann, die Zicke und ich" von Sarah Harvey

Elchi | Montag, 28. Januar 2013 | Kommentieren

Autorin: Sarah Harvey
Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (September 2009)
Genre: Chick-Lit / Roman
Originaltitel: Love to hate
deutscher Titel: Mein Traummann, die Zicke und ich
ISBN-10: 3442542693
ISBN-13: 978-3442542697
Preis: 8,95 €

Teil einer Reihe? Nein

http://www.randomhouse.de/goldmann/index.jsp





 
Inhaltsangabe: (Quelle: Klappentext)

Ein Traumprinz kommt selten allein…

Violet kann ihr Glück kaum fassen: Ihr neuer Freund Solist nicht nur der absolute Traummann, jetzt macht er ihr auch noch einen Heiratsantrag! Sols Eltern möchten ihre Schwiegertochter in Spe sobald wie möglich kennenlernen und laden die Verlobten zu sich ein. Doch zu ihrem großen Schreck entdeckt Violet im Haus von Sols Eltern auf einem Familienfoto ausgerechnet Pippa Langford. Denn das Mädchen, das Violets Schulzeit zum absoluten Alptraum gemacht hat, ist Sols Schwester…


Meine Meinung:

„Mein Traummann, die Zicke und ich“ von Sarah Harvey ist ein typischer Chick-Lit Roman für Zwischendurch.

Der Schreibstil ist leicht verständlich, wodurch sich der Roman zügig lesen lässt. Mit viel Witz und Humor, aber auch einer gewaltigen Portion Intrigen entführt uns die Autorin in eine turbulente Liebesgeschichte, die sich in dem reinsten Chaos verstrickt.

Die Beschreibung der Charaktere wirkt teils überdreht, ist dafür aber sehr vielseitig gewählt und auch besonders liebenswert. So haben wir die Hauptprotagonistin Violet, die ihren absoluten Traummann gefunden hat und heiraten möchte – allerdings steht davor noch das Zusammentreffen mit dessen Familie an. Violet wirkt auf mich ein wenig naiv, sie besitzt eine eigene Konditorei und alles in ihrem Leben scheint perfekt zu sein. Allerdings sobald es ein paar kleine Problemchen zu geben scheint, ist die Heulerei dagegen groß. Auch ihr Traummann Sol (Solomon) scheint der perfekte Kandidat für eine lebenslange Beziehung zu sein, gutaussehend, erfolgreich und einfach charmant, aber ein Mann ohne Ecken und Kanten, ich meine so ganz ohne Makel??? Mir persönlich wäre dies nichts… Ein wenig mehr Persönlichkeit hätte ich mir schon von diesem Charakter gewünscht, denn im Vergleich zu seiner restlichen Familie wirkt er doch ein wenig blass, vor allem gegen seine geliebte Halbschwester Pippa (Philippa) Langford. Sie scheint ein richtiges Biest zu sein und hat wahrlich zwei Gesichter. Sie ist die Erzfeindin von Violet und hat diese zu Schulzeiten schikaniert, wo sie nur konnte. Des Weiteren haben wir noch viele Onkels und Tanten von Sol, diese alle auf ihre eigene Art und Weise besonders menschlich dargestellt werden durch ihre viele spezielle Eigenarten. Besonders erwähnenswert sind hierbei Onkel Silas, der des Öfteren in peinliche Situationen gerät, da er mal wieder das Badezimmer nicht finden kann und Tante Misty, die ihre Yogaübung am liebsten nackt fabriziert. Ich würde sagen, bei dem Rest der Familie handelt es sich einfach um Charaktere, die man sofort ins Herz schließt und herzhaft über sie lachen kann.

Der Titel „Mein Traummann, die Zicke und ich“, finde ich hervorragend gewählt, da es die ganze Geschichte perfekt reflektiert; das Cover hingegen ist super niedlich mit dem Hamster und dem rosa Herzchen, aber ich weiß leider nicht, was er in dem Sinne mit der Geschichte zu tun haben soll, außer dass sein Gesichtsausdruck einen alles verzeihen lässt.

Die Fragen, die sich in mir beim Lesen dieses Romans aufgetan haben, sind „Wie weit kann ein Mensch gehen um einem anderen das Leben schwer zu machen“, „Was ist dabei noch zumutbar?“, da ich hierzu viele Stellen einfach extrem übertrieben fand. Klar es hängt von jedem einzelnen Menschen selbst ab und die Stellen waren lustig, aber manchmal ist doch einfach auch mal gut. Und dann natürlich die Frage „In wie weit ist ein Mensch bereit sich zu ändern? Bzw. ist es überhaupt möglich eine Drehung der eigenen Persönlichkeit um 180 Grad auf Dauer durchzuhalten? Von einem totalen Miststück zu einer zuckersüßen Person, die jeder auf Anhieb gerne hat?“

Nun aber zum eigentlichen Inhalt der Geschichte… Violet hat es geschafft, sie führt erfolgreich eine Konditorei und hat alles was sie zum Leben braucht – nun soll ihr Glück auch noch perfekt werden, da ihr Traummann Sol ihr einen Heiratsantrag gemacht hat. Vor der Hochzeit steht aber noch das große Kennenlernen von Sols Familie an und hierbei erlebt Violet eine böse Überraschung. Sols etwas außergewöhnliche und doch gewöhnungsbedürftige Familie schließt Violet sofort ins Herz, allerdings gibt es ein Problem. Sols geliebte Halbschwester, von der Violet schon so viel „Gutes“ gehört hat, ist ihre größte Erzfeindin aus Schulzeiten. Pippa Langford ist das Miststück in Person. Wann immer sie nur konnte, hat sie Violet das Leben zur Hölle gemacht. Aber was ist jetzt? Pippa scheint sich um 180 Grad gedreht zu haben, oder ist auch diesmal alles nur Schein?

Was Violet alles durchmachen muss und wie ihre Gefühle dabei Achterbahn fahren, müsst ihr nun selbst herausfinden, schließlich will ich ja nicht zu viel verraten.


Fazit:

Eine Liebe durch die rosarote Brille, durchsetzt mit fiesen Intrigen und herzhaften Lachanfällen. Ein gelungen, leichter Roman für Zwischendurch!



[REZENSION] "Und ich vergebe dir nicht" von Erasmus Herold

Elchi | Samstag, 26. Januar 2013 | Kommentieren
Autor: Erasmus Herold
Taschenbuch: 392 Seiten
Verlag: Niemeyer, C W (September 2012)
Genre: (Westfalen-)Krimi
Originaltitel: Und ich vergebe dir nicht
ISBN-10: 3827195624
ISBN-13: 978-3827195623
Preis: 9,95 €

Teil einer Reihe? 1. Teil einer Ermittler-Serie

http://www.niemeyer-buch.de/






Inhaltsangabe: (Quelle: Klappentext)

Gütersloh im Hochsommer 2011. Ein Serienmörder verunsichert die Stadt. Seine grausame Bilanz nach nur fünf Tagen: Jeden Tag ein neues Opfer, in der Regel abends im Schutz der Dunkelheit ermordet. Die Mordkommission der Kreispolizeibehörde Gütersloh gerät unter Druck, denn offensichtlich besteht zwischen den Getöteten nicht die geringste Verbindung. Kriminalkommissar Patrick Gruber, soeben aus dem Urlaub zurückgekehrt, und Sarah Berger, strafversetzt aus einer verschlafenen Kleinstadt, übernehmen den Fall. Doch umso intensiver sie ermitteln, desto mehr Fragen wirft ihr Fall auf. Warum liegen alle Leichen an Straßenabschnitten entlang der Autobahn A2 und warum hinterlässt der Mörder am Oberarm seiner Opfer diesen rätselhaften Zahlenaufdruck aus schwarzer Tinte? Schon bald müssen die neuen Partner erkennen, dass ihr Gegner seinen eigenen Idealen folgt und er ihnen dabei immer einen Schritt voraus zu sein scheint.


Meine Meinung:


„Und ich vergebe dir nicht“ ist ein Krimi, dessen Aufbau dem Autor Erasmus Herold in der Tat sehr gelungen ist. Die Handlung bezieht sich auf eine Zeitspanne von ca. 30 Jahren, wobei die Erzählweise aus 3 unterschiedlichen Perspektiven erzählt wird. Hier erhalten wir zum einen den Einblick aus Sicht der Ermittlungsarbeiten der Polizei, des Weiteren scheinen wir als Leser live bei den Morden des Täters dabei zu sein und zusätzlich erfahren wir etwas über die traurige Kindheit von Richard, wodurch die Szenarien immer zwischen den Jahren 1980 und 2011 hin und her springen. Sehr hilfreich fand ich hierbei, die Idee des Autors die einzelnen Kapitelüberschriften zusätzlich mit dem genauen Datum und einer Uhrzeit zu versehen, so dass man den Überblick der einzelnen Perspektivensprünge und Erzählweisen nicht verliert. Die Entwicklung der Handlung ist so aufgebaut, dass sich durch die verschiedenen Sichtweisen und den plötzlich unvorhersehbaren Wendungen der aktuellen Geschehnisse eine ungeheure Spannung aufbaut, diese den Bogen sogar über das Ende hinaus spannt.

Nach und nach fügen sich kleine Puzzleteile zusammen, bedingt durch die verschiedenen Einblicke, die wir als Leser erhalten, aber auch bei den Ermittlungsarbeiten scheint es Fortschritte zu geben, allerdings jedes Mal sobald man einen Verdacht hat, wer der Mörder sein könnte, geschieht etwas Unvorhersehbares und der Verdacht wird wieder zerschlagen…  Ein sehr interessanter Aspekt dabei ist, wie die Taten beschrieben werden und der Täter dargestellt wird. Die Umgebungsbeschreibungen sind teilweise sehr detailliert, wodurch man sich als Leser ein sehr gutes Bild des aktuellen Ortes machen kann und sich unter anderem selbst mitten im Geschehen befindet. Man stellt sich die Frage, welches Ritual der Täter verfolgt, ob er überhaupt ein Ritual verfolgt, denn die einzigen Hinweise, die uns vorlegen, sind dass er seine Opfer entlang von Straßenabschnitten der Autobahn A2 ablegt und ihnen einen Stempelabdruck aus schwarzer Tinte in Form einer rätselhaften Zahlenreihe aufdrückt. Ansonsten scheint es zwischen den einzelnen Opfern keinerlei Verbindung zu geben, oder?

Die Charaktere wirken sehr authentisch und sind besonders vielseitig. Vor Allem das Ermittlerteam Sarah Berger und Patrick Gruber schließt man sofort ins Herz. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie sehr menschlich wirken mit ihren Stärken und Schwächen. Sarah, die strafversetzt wurde, da sie einem ehemaligem Kollegen bei einem Anmachversuch die Nase gebrochen hat und ihr kleines Geheimnis, welches durch Zufall bei einem Ermittlungsfall ans Licht kommt, ihr Partner, Patrick anstatt ihr Vorwürfe zu machen, sie dabei jedoch liebevoll umsorgt und ansonsten als eher ruhige Person, die ab und an ein wenig unnahbar erscheint, beschrieben wird und erst vor kurzem seinen Partner verloren hat. Aber auch er birgt so manches Geheimnis.

Der Titel „Und ich vergebe Dir nicht“, passt hervorragend zu dem Krimi. Er spiegelt die Taten des Mörders, sowie dessen menschliche Entwicklung und wie er sein Leben verbracht hat sehr gut wieder. Aber auch die Covergestaltung ist gelungen. Es zeigt das Gesicht einer jungen Frau mit zu Boden gesenktem Blick, deren Wimperntusche durch Tränen verlaufen ist. Auch die schwarz-weiße Färbung finde ich dabei sehr treffend, da es die Trauer doch gut wiederspiegelt. Am Rande lässt sich in verschiedenen Größen eine Zahlenreihe erkennen, diese für  die Stempelabdrücke, die der Täter auf seinen Opfern hinterlässt, stehen. Und der Titel wurde in roter Schriftfarbe hervorgehoben.

Aber wovon handelt der Krimi überhaupt? Wir befinden uns in Gütersloh im Jahr 2011, wo ein Serienmörder sein Unwesen treibt. Er verfolgt ein grausames Ritual, wobei die einzige Spur, die er hinterlässt ein rätselhafter Stempelabdruck in Form einer Zahlenreihe ist, sowie dass die Leichen entlang von Straßenabschnitten der Autobahn A2 gefunden wurden. Auf den Mörder angesetzt werden als neues Ermittlerteam, Sarah Berger, die in die Mordkommission Gütersloh strafversetzt wurde und Patrick Gruber, der erst aus seinem Urlaub zurück kommt und vor kurzem erst seinen alten Partner verloren hat. Als es so scheint, dass der Mörder ihnen immer einen Schritt voraus zu sein scheint, werden zusätzliche Kollegen auf den Fall angesetzt. Nach und nach fügen sich kleine Puzzlestücke zusammen, allerdings sobald jemand verdächtigt wird, scheint es unvorhersehbare Wendungen der Geschehnisse zu geben, so dass man erneut auf der Suche nach dem mutmaßlichen Täter ist.

Ich kann nur sagen, mich hat der Krimi mit mehreren Fragen zurückgelassen. Die Fragen, die sich mir im Verlauf der Geschichte gestellt haben, wurden nach und nach im Verlauf der Handlung geklärt, aber bei dem doch sehr ungewöhnlichem Ende, dieses mich sehr erstaunt und auch sehr verwirrt zurück gelassen hat, hätte ich so keinesfalls vorausgesehen. Denke dies werden viele von Euch, die den Krimi auch lesen oder gelesen haben, nachvollziehen können! Mir stellen sich dabei die Fragen ob der Krimi auf wahre Begebenheiten basiert und ein solcher Fall, wie er hier geschildert wird, speziell auf das erstaunliche Ende bezogen, so schon einmal wirklich vorgekommen ist?! Es wäre doch ziemlich erschreckend!!! Und da das Ende so ich sag mal "offen" ist, scheint es ja doch irgendwie weiter zu gehen und lässt mich grübelnd zurück!



Fazit:

Fesselnder Krimi mit liebenswerten Charakteren mit ungewöhnlichem und überraschendem Ende, der einen u. a. leicht verwirrt zurücklässt. Absolut empfehlenswert!





Homepage des Autors:  http://www.erasmusherold.de
Facebook-Seite des Autors: https://www.facebook.com/Erasmus.Herold.Autor
Homepage des Verlages: http://www.niemeyer-buch.de/



Lieber Erasmus Herold, vielen lieben Dank für das bereitgestellte Rezensionsexemplar!

[REZENSION] "Im Zeichen des Mondfests" von Barbara Laban

Elchi | Mittwoch, 23. Januar 2013 | Kommentieren

Autorin: Barbara Laban
Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
Verlag: Chicken House (Oktober 2012)
Genre: Jugendbuch/ Fantasy
Originaltitel: Im Zeichen des Mondfests
vom Hersteller empfohlenes Alter: 11 - 13 Jahre
ISBN-10: 3551520488
ISBN-13: 978-3551520487
Preis: 12,95 €

Teil einer Reihe? Ja, 1. Teil
(Im Zeichen #1)

http://www.carlsen.de/chicken-house





Inhaltsangabe: (Quelle: Klappentext)

O nein! Sienna muss umziehen, ausgerechnet nach China. Alles ist Sienna so fremd hier, ihr Vater ist ständig unterwegs und die Haushälterin Ling quält sie mit chinesischen Schriftzeichen und seltsamen Essen. Doch dann entdeckt sie, dass Ling eine Diebin ist! Plötzlich wird es für Sienna gefährlich und sie muss Hals über Kopf fliehen. Zum Glück hat sie den Jungen Langlang an ihrer Seite und Rufus, ihren unsichtbaren Hund. Und gemeinsam versuchen sie herauszufinden, was Ling, ein geheimnisvolles Rätsel und das Verschwinden von Siennas Mutter vor einiger Zeit miteinander zu tun haben.


Meine Meinung:

„Im Zeichen des Mondfests“ von Barbara Laban ist ein wundervolles Kinderbuch, das den Leser einlädt sich gemeinsam mit einem jungen Mädchen und ihren Freunden auf ein faszinierendes und magisches Abenteuer in einem entfernten Land mit fremden Traditionen einzulassen.

Der Schreibstil der Geschichte ist flüssig und leicht verständlich. Interessant ist auch, dass die einzelnen Kapitel, die chinesischen Schriftzeichen wiedergeben, dahinter ihre Aussprache in Lautschrift niedergeschrieben ist und man zusätzlich die deutsche Übersetzung lesen kann. Die Erzählperspektive wird dabei aus der Sicht der Hauptprotagonistin, Sienna, geschildert und wirkt sehr lebendig.

Auch die Charaktere sind liebevoll beschrieben und wirken durch ihre Eigenarten und besonderen Fähigkeiten sehr vielseitig. Sienna, die Hauptprotagonistin ist ein junges Mädchen, das viel Mut beweist und die Hoffnung ihre verschollene Mutter in einem fremden Land wieder zu finden, nicht aufgibt. Auch scheint sie sehr tolerant zu sein, da ihr Vater ein viel beschäftigter Mann ist, der kaum Zeit für seine Tochter findet und sie gleich nach ihrer Ankunft in China alleine lässt. Siennas einziger Freund zu Beginn der Geschichte ist Rufus, ein unsichtbarer Hund. (Er ist wohlgemerkt nicht das einzige imaginäre Tier und treuer Begleiter in dieser Geschichte, dazu aber gleich mehr). Aber auch Langlang, ein chinesischer Junge mit trauriger Kindheit und Doktor Zou, der den Kindern hilft, wo er nur kann, kommen sehr authentisch rüber. Vor Allem aber fasziniert haben mich die unsichtbaren Tiere, die sich nur denjenigen zeigen, die den Glauben an ihre Existenz und das Magische nicht verloren haben. Sie stehen einem in jeder nur erdenklichen Situation bei, machen Mut und geben gute Ratschläge, jedoch nicht nur das - sie haben ihre eigene Meinung, diese sie auch offen äußern. Sie sind so dargestellt wie ein wahrer Freund sein sollte! Hierbei fühlen sich vielleicht viele an ihre Kindheit erinnert, denn wer von uns hat sich als Kind nicht auch immer einen unsichtbaren Freund, der ihm allein gehört und immer für einen da ist, gewünscht?! Besonders gut gefallen hat mir der kleine weiße Hase, Bai tuzi, der die Fähigkeiten besitzt, dass Menschen sich untereinander verstehen, obwohl sie eine fremde Sprache sprechen, obgleich es ihre Ausdrucksweise von sprachlicher Seite her ist, oder ihre Mimik und Gefühle. Auch ist er sehr weise. Dabei lassen sich selbstverständlich auch die weiteren „unsichtbaren Freunde“, wie Rufus, der Hund, Minka, die Katze und Xiaolong, der kleine Drache ins Herz schließen.

Demnach finde ich die Thematik „Freundschaft“, sowie „Mut und Vertrauen“ durch diese tollen Charaktere und ihre speziellen Freunde sehr treffend umgesetzt. Die Themen zusammen mit der Handlung der Geschichte, bei der die Autorin durch viel Kreativität und unvorhersehbaren Geschehnissen eine durchgehende Spannung aufgebaut hat, wurden eingebettet in Einblicke eines fernen Landes, dessen fremde Kultur und Traditionen. An manchen Stellen hätte ich mir zwar detailliertere Beschreibungen der Umgebung und Kultur gewünscht um mir ein besseres Bild machen zu können wie genau es dort gerade aussieht…

Dafür passt der Titel „Im Zeichen des Mondfests“ hervorragend zur Handlung der Geschichte. Denn er spiegelt meiner Meinung nach die Geheimnisse und Rätsel, die mit dem Verschwinden von Siennas Mutter zu tun haben und die Erlebnisse, die die Kinder bei ihrer Abenteuersuche erleben sehr gut wieder. Vor Allem stehen jedoch all diese rätselhaften Ereignisse in Verbindung mit dem baldig stattfindenden Mondfest. Auch die Covergestaltung finde ich sehr gelungen und treffend. Es zeigt einen leicht durchsichtigen Drachen (womöglich Xiaolong, den kleinen Drachen) auf einem roten Hintergrund, dieser mit dem Rot doch auch sehr gut zu China passt, da die chinesische Flagge ja auch Rot ist. Am Rande kann man noch Kirschblütenzweige sehen und entlang der unteren Borte des Covers lassen sich noch in einem etwas dunkleren Rot abgesetzte Silhouetten von chinesischen Tempeln erkennen. Allen in allem ergibt dies ein herrliches Gesamtbild, welches dsich im Inhalt der Geschichte sehr gut reflektiert.

Aber worum geht es in der Geschichte? Sienna ist gezwungen mit ihrem Vater, der beruflich nach China versetzt wird von England nach China zu ziehen.  Ausgerechnet in das Land, in dem ihre Mutter vor kurzem spurlos verschwunden ist. Da Siennas Vater aber beruflich viel unterwegs ist und kaum Zeit für seine Tochter hat, hat er eine Haushälterin, Miss Ling, organisiert, die auf Sienna aufpassen soll und ihr die neue Sprache näher bringen soll. Allerdings ist die Haushälterin ein ganz schönes Biest, aber nicht nur das, durch Zufall findet Sienna heraus, dass Miss Ling ihre Familie auch noch beklaut… Und Sienna wird die Vermutung nicht los, dass Miss Ling auch etwas mit dem Verschwinden ihrer verschollenen Mutter zu tun hat. Hier beginnt das magische Abenteuer, bei der Sienna viele tolle neue Freunde findet, die ihr helfen die rätselhaften Ereignisse zu lösen und ihre Mutter in einem fremden Land wieder zu finden.

Da ich euch nicht zu viel verraten möchte, habe ich die Inhaltsangabe nun wirklich sehr knapp gehalten, da ihr meiner Meinung ja bereits auch schon weitere Informationen über die Geschichte entnehmen könnt!


Fazit:

Eine fantastische Abenteuergeschichte für Kinder und alldiejenigen die offen für kindliche Fantasien sind, alle anderen die eher eine Abneigung gegen unsichtbare Freunde hegen, sollten besser die Finger von dem Buch lassen, da diese womöglich enttäuscht sein könnten. Zauberhafte Freundschaften und Einblicke in eine fremde Kultur runden das ganze ab! 





Vielen lieben Dank an den Chicken House Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar!

[REZENSION] "Halva, meine Süße" von Ellen Alpsten

Elchi | Mittwoch, 9. Januar 2013 | 2 Kommentare

Autorin: Ellen Alpsten
Gebundene Ausgabe: 367 Seiten
Verlag: Coppenrath Verlag (August 2012)
Genre: Roman / Jugendbuch
Originaltitel: Halva, meine Süße
vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
ISBN-10: 3649605988
ISBN-13: 978-3649605980
Preis: 16,95 €
ebook: 12,99 €

Teil einer Reihe? Nein

http://www.coppenrath.de/


 
Inhaltsangabe: (Quelle: Klappentext)

Eine Familie zwischen zwei Welten, eine Liebe, die Grenzen überwindet, ein Versprechen, das alles zerstören kann.

Als Halva auf einer Party Kai kennenlernt, ist es Liebe auf den ersten Blick. Während die beiden sich immer näher kommen und Pläne für eine gemeinsame Zukunft schmieden, ahnen sie nicht, welche Tragödie sie mit ihrer Beziehung ins Rollen bringen. Plötzlich erhalten Halvas Eltern seltsame Briefe aus ihrem Heimatland, dem Iran, und versuchen, ihre Tochter mit allen möglichen Ausflüchten von ihrem Freund fernzuhalten. Halva begreift zu spät, was noch alles für sie und ihre Familie auf dem Spiel steht. Hat ihre Liebe zu Kai dennoch eine Chance?


Meine Meinung:

„Halva, meine Süße“ von Ellen Alpsten ist eine faszinierende Liebesgeschichte zwischen zwei Welten – Deutschland und dem Iran.

Der Aufbau der Handlung ist der Autorin sehr gut gelungen, da sie durch ständige Wendungen der Geschehnisse eine kontinuierliche Spannung aufbaut, wobei sie in einem Moment einen Funken an Hoffnung gibt und ihn im nächsten Moment wieder zerschlägt. Man fiebert und leidet vom Anfang bis zum Ende der Geschichte mit den beiden Hauptprotagonisten, Halva und Kai, mit. Ellen Alpsten verleiht der Geschichte Lebendigkeit indem sie die Unterschiede der Kulturen Deutschlands und dem Iran gegenüberstellt und dem Leser vor Augen führt. Geflissentlich lässt sie Themen wie „Vorurteile“, „den Unterschied von Sitten und Traditionen“, „allgemeine Umgangsformen“, „Folter und Krieg“, „Ehrgefühl“, „Schande und Rache“, ebenso „Misstrauen“, aber auch Themen wie „Liebe“, „Mut und Vertrauen“ mit in die Geschichte einfließen. Sie übt teils Kritik an den Gesellschaften, andererseits öffnet sie den Lesern die Augen um fremden Kulturen gegenüber nicht voreingenommen zu sein.

Der Schreibstil der Geschichte ist einfach und leicht verständlich und die Erzählweise wird aus der Sicht beider Hauptprotagonisten (Halva und Kai) im Wechsel wieder gegeben, wodurch die Geschichte und deren Protagonisten sehr authentisch rüber kommen um man sich als Leser fühlt, als befinde man sich selbst mitten im Geschehen. Des Weiteren sind die Charaktere sehr vielseitig und liebevoll beschrieben und dem Leser wird es durch die Einblicke in beide Sichtweisen erleichtert, einen Bezug zu den Charakteren herzustellen. Ihre Ängste, Zweifel und Sorgen sind wie ein offenes Buch und ihre sehr emotionalen Gefühlsausbrüche gehen einem dabei sehr nahe.

Der Titel „Halva, meine Süße“ passt hervorragend zur Geschichte, denn Halva wird als liebevolles, junges Mädchen dargestellt, die dazu neigt es jedem Recht zu machen, aber dabei dennoch ihre Haltung wart und ihren eigenen Kopf durchsetzt. Hinzu kommt, dass Halva ein süßes Konfekt ist, welches man individuell zubereiten kann. Am Tag der Verabschiedung bei ihrer Großmutter lernt sie, wie man Halva zubereitet. Ihre Großmutter übermittelt ihr ein uraltes Familienrezept und gibt ihr eine Botschaft mit auf den Weg. Seitdem legt Halva ihre ganzen Gefühle in die Zubereitung von Halva rein und übermittelt somit Botschaften an ihren Geliebten Kai. Besonders erwähnenswert ist aber auch die tolle Covergestaltung. Während das Cover der gebundenen Ausgabe einheitlich Gold glänzt, so ist sein Schutzumschlag in Blautönen gehalten mit weißen Blüten und rosa Schmetterlingen. Zusätzlich hat es eine Laserstanzung im orientalischen Stil, so dass das Gesamtbild des Covers eine schöne Musterung darstellt.

Um noch kurz zum Inhalt zu kommen… Halvas Familie lebt bis zu ihrem 8. Geburtstag in Teheran im Iran. Ihr Vater gerät eines Tages durch ein Versehen in ein islamisches Gefängnis und wird gefoltert, er entgeht nur knapp seinem Tod. Ein Bekannter hilft ihm zu entkommen und organisiert die Flucht für Halvas Familie nach Deutschland. Hierbei wird ein hoher Preis ausgehandelt… Kurz vor ihrer Flucht nach Deutschland ist Halva mit ihrer Mutter und ihrem Bruder Mudi bei ihrer Gromutter zu Besuch um sich zu verabschieden. Ihre Gromutter bringt ihr das uralte Familienrezept zur Zubereitung von Halva, dem süssen Konfekt, nach dem Halva benannt ist, bei und vertraut ihr eine Botschaft an. 10 Jahre später hat die Familie Mansouri sich eine eigene Existenz in Form eines kleinen Cafés aufgebaut. Halva macht in Deutschland ihr Abitur und ihr Bruder Mudi studiert Jura. Am Tag seiner Anmeldung trifft er auf Kai, der ebenfalls Jura studiert. Ein junger Mann, aus reichem Haus, dessen Vater Arzt ist. Mudi und Kai schließen Freundschaft und als dann die Erstsemesterparty stattfindet, bringt Mudi seine Schwester Halva mit. Wie das Schicksal es will, verlieben sich Halva und Kai in einander und die Geschichte um eine romantische und sehr emotionale große Liebe beginnt. Zu Beginn scheint alles wunderbar, doch der Schein trügt. Ich möchte euch nicht zu viel verraten, da das ganze hier ein wenig verzwickt wird und ich euch die Spannung nicht nehmen möchte. Ich kann nur sagen, dass das Ende der Geschichte anders ausging als ich dachte und bei mir viele Fragen aufwirft.


Fazit:

Eine sehr emotionale Liebesgeschichte, die durch das Leben zweier Kulturen, die unterschiedlicher nicht sein können hart auf die Probe gestellt wird und zum Nachdenken anregt. Locker, flockig zu lesen – absolut empfehlenswert! 




Vielen lieben Dank an den Coppenrath Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar!