[REZENSION] "Schmetterling aus Staub" von Anna Palm

Elchi | Freitag, 29. März 2013 | Kommentieren

Autorin: Anna Palm
Gebundene Ausgabe: 340 Seiten
Verlag: Schwarzkopf & Schwarzkopf (Februar 2013)
Genre: Jugendbuch / Dystopie / Fantasy
Originaltitel: Schmetterling aus Staub
ISBN-10: 3862652513
ISBN-13: 978-3862652518
Preis: 14,95 €

Teil einer Reihe? Nein

http://www.schwarzkopf-verlag.net/






Inhaltsangabe: (Quelle: Klappentext)

„Ich habe mich entschieden. Für Aaron, aber auch gegen alles, was ich kenne.“

Die Stadt, in der die 16-jährige Mika lebt, gleicht dem Paradies: Blumen blühen überall, die Menschen leben harmonisch miteinander und die Sonne scheint 365 Tage im Jahr. Dennoch ist Mika nicht glücklich. Seit sie vor acht Jahren am staatlich angeordneten Persönlichkeitstest teilnehmen musste, ahnt sie, dass die Realität außerhalb von Seelenheide ganz anders aussieht.
Ihre Vermutung bestätigt sich, als eines Tages ein fremder Junge auf der Mauer hinter ihrem Garten sitzt.
Aaron gehört zu den „Risikos“, die als Kinder von ihren Eltern getrennt und von der Regierung eingesperrt werden – aus Angst davor, dass sie zu Freidenkern werden könnten. Doch Aaron konnte fliehen und will nun das System stürzen, das ihn und Tausende andere aussortiert hat.
Mika ist vom ersten Moment an fasziniert von Aaron und begibt sich mit ihm auf die gefährliche Mission. Schon bald muss sie sich nicht nur mit Kopfgeldjägern auseinandersetzen, sondern auch mit Janna, dem „Machtmädchen“, das sich ihnen anschließt. Können sie ihr wirklich trauen?


Meine Meinung:

„Schmetterling aus Staub“ von Anna Palm ist ein dystopischer Fantasy-Roman, der anders wie die meisten Dystopien nur aus einem Einzelband besteht und in sich abgeschlossen ist. Die Autorin entführt uns in ein Deutschland, welches ich mir in dieser Form nicht vorstellen vermag und erschafft eine faszinierende, an den Leser appellierende Geschichte, die so nah an der Realität liegt, aber auch aus Geschehnissen längst vergangener Zeiten mit einer großen Portion freier Kreativität zu vereinen und den Leser mit einer sich immer mehr steigernden Spannung im Bann zu halten.

Anna Palm konfrontiert uns damit, dass man die Menschheit nicht in Normen pressen sollte, sondern ein jeder das Recht hat sein Individuum frei entfalten zu dürfen. Dass wir die Menschen nicht sofort nach einer Charaktereigenschaft kategorisieren sollen, da jeder Mensch mehrere Facetten besitzt, die bei manch einem jedoch unter einer etwas tieferen Schicht versteckt liegt, als bei manch anderen. Und dass man gemeinsam, viel mehr erreichen kann, als alleine, da man sich gemeinsam ergänzt.

Der Schreibstil ist locker und leicht verständlich und durch die bildhaften Beschreibungen der Umgebung, konnte man sich gut an den Schauplatz versetzen. Die Erzählperspektive wird dabei in der Ich-Form aus Sicht der Hauptprotagonistin Mika geschildert, wodurch man von sich ihr ein besonders gutes Bild schaffen konnte, da man all ihre Ängste und Gefühle hautnah miterlebt. Das Buch wurde zudem in 15 Kapitel mit Danksagung und einem Inhaltsverzeichnis zum besseren Überblick versehen, wobei die Kapitelüberschriften sich wirklich auf das Wesentliche beziehen und zum Ausdruck bringen.

Auch die Beschreibungen der Charaktere sind liebevoll und detailliert. So zeigen die im Buch erwähnten Charaktere nach und nach immer mehr Facetten, sind dadurch besonders vielseitig und wirken durch ihre Stärken wie auch Schwächen sehr authentisch. Mika, die Hauptprotagonistin ist ein Harmoniemädchen aus Seelenheide, diese nach und nach anfängt an der Selektion und sich selbst zu zweifeln. Sie ist die Liebenswürdigkeit in Person, zu Beginn noch recht schüchtern, lernt sie im Verlauf der Geschichte immer mehr neue für sie ungewohnte Eigenschaften an sich kennen und macht eine große Entwicklung durch. Aaron, der Risikojunge, wirkt sehr von sich überzeugt und hat ein freches Mundwerk – er meint er sei zum Anführer bestimmt und sagt über sich selbst „Ich bin ein Risiko, mein Ego ist so groß wie das Universum und geht bis weit ins unendliche Nichts.“ S. 70. Janna, das Machtmädchen ist das komplette Gegenteil von Mika. Sie muss immer im Mittelpunkt stehen und genießt es einen Triumph über andere zu führen. Ihr Erscheinungsbild ist ziemlich impulsiv und einschüchternd. Und Finn, der Ehrgeizjunge wirkt eher unscheinbar, wobei man sein Wissenstand nicht unterschätzen sollte, denn er ist ein kleines Genie.

Wir befinden uns im Jahre 2222. Deutschland heißt nicht mehr Deutschland sondern Alemania und wird von einem Diktator namens Caesar (ja, er weißt wirklich Ähnlichkeiten mit Ceasar auf) unterdrückt. Durch eine bösartige Infektion ist ein Großteil der Menschheit gestorben Seitdem werden die Menschen durch die Selektion in vier Kategorien – Harmonie, Risiko, Macht und Ehrgeiz - eingeteilt. Die Selektion findet an dem 8. Geburtstag eines Kindes statt und verläuft durch ein Einstufungsverfahren, welches die Charaktereigenschaft eines Kindes feststellen soll ab. (Dieses Verfahren ist sehr futuristisch). Da die Zukunft Alemanias angeblich nur überleben kann, wenn sich gleich und gleich gesinnt, werden die Kinder, die einer anderen Eigenschaft entsprechen als ihre Eltern, diesen entrissen und einem fremden Elternteil zugeordnet. Denn diese vier Gruppierungen leben strengstens getrennt in verschiedenen Sektionen. Noch dazu werden sie mit aller Macht in ihre Normen gepresst, d.h. den jeweiligen Gruppen wird vorgeschrieben, welche Farben sie tragen dürfen, so dass man sie direkt an ihrer äußeren Erscheinung erkennen kann, welche Hobbys sie ausüben dürfen und welche Berufe sie erlernen dürfen. So ist es Harmoniemenschen z.B. untersagt zu galoppieren oder sich für Naturkunde und Astronomie zu interessieren. Ebenso dürfen diese erst miteinander schlafen, nachdem sie sich einer Prüfung unterzogen haben, ob ihre Persönlichkeiten perfekt miteinander harmonieren. Ehrgeizmenschen seien für die Chemie vorbestimmt und Machtmenschen als persönliche Lieblinge Caesars, die mit Geld umgehen können und seine Berater darstellen. Die Risikos kommen dabei am schlechtesten weg; sie werden als Alkohol konsumierende, menschenfressende Monster, gar Mörder dargestellt, die keinerlei Liebe und Gnade kennen, (was jedoch natürlich alles frei erfunden ist). Zur besseren Kontrolle eines jeden einzelnen Menschen haben diese einen Mikro-Chip im Ohr, mit dem sie untereinander kommunizieren können und von dem Diktator jeder Zeit überwacht werden können. (Ich könnte euch so viele Details aufzählen, was für welche Gruppe vorbestimmt ist und wie man die Meute im Zaum hält und kontrolliert, aber dann würde ich zu vieles vornweg nehmen und die Spannung wäre dahin.). Nun ja, Mika, die Hauptprotagonistin, ein Harmoniemädchen aus Seelenheide, fängt an ihre Existenz in Frage zu stellen und ob es richtig ist, dass sie nichts Neues ausprobieren darf um zu erfahren ob es ihr wirklich nicht liegen würde. Und kurz darauf taucht auch schon der Risikojunge Aaron auf ihrer Gartenmauer auf. Aaron konfrontiert sie mit ihren Handlungen, ihrem Benehmen und ihrem innersten Wunsch sich den Regeln Caesars zu widersetzen. Mika beschließt sich nach langem Zögern und Aarons hinterhältigem Versuch, indem er sie mit einem mit Schlafmittel versetzen Apfel überlistet hat (was ein ganz toller Aspekt gerade für einen Risikojungen ist mit einem märchenhaften Vergleich zu kommen in dieser ach so grausamen Welt) Aarons Ziel, den Diktator zu stürzen, damit die Menschheit wieder in Freiheit leben kann, anzuschließen. Ihr Plan ist es sich gemeinsam über die Unterdrückung Caesars hinweg zu setzen, in dem sie sich noch 2 weitere Personen aus den anderen Sektionen hinzu holen.  Demnach machen sie sich gemeinsam mit Janna, dem Machtmädchen und Finn, dem Ehrgeizjungen auf den Weg. Unterwegs laufen sie viele Gefahren und gehen den Weg harter Erkenntnisse. Dennoch finden sie auch zueinander und zwischen Mika und Aaron bahnt sich eine Liebe an, die auf die harte Probe gestellt wird.

Die Spannung erlebt immer wieder eine Steigerung durch unvorhersehbare Wendungen der Geschehnisse und miese Intrigen (hier möchte ich jetzt jedoch nur ungern vorgreifen, da es erstens totale Spoiler-Gefahr wäre und euch zweitens den ganzen Spaß verderben würde). Bei manchen musste ich mich jedoch fragen, kann ein Mensch wirklich so eiskalt sein…? Auch fand ich einzelne Aspekte besonders liebevoll und sorgfältig eingebracht, die einem zwischen drinnen doch immer wieder das Herz erwärmen konnten und einem Hoffnung und Halt gaben, was jedoch ganz im Gegensatz zu dieser grausamen Wirklichkeit steht. (Wer das Buch gelesen hat, wird sich wohl denken können was ich meine, ich verrate euch nur zwei Namen hierzu: „Emily und Aleyna“).

Lediglich der Ablauf des Endes der Mission der Rebellenkinder konnte mich nicht wirklich überzeugen bezüglich Caesar und dem Abkommen zwischen seiner Tochter Marisa und Mika. Daher einen Punkt Abzug. Aber lobenswert finde ich es, wie die Autorin es eingefädelt hat, dass wir so ziemlich zum Schluss auch nochmal ein wenig Informationen über Ceasars Lebensweg, sowie das Leben seiner Tochter erfahren. Und auch besonders gelungen finde ich das aller letzte Kapitel mit den tieferen Einblicken auf aktuelle Geschehnisse.

Der Titel „Schmetterling aus Staub“ passt meiner Meinung nach gut zur Geschichte und die Covergestaltung unterstreicht das Ganze ungemein.  Das Cover ist hauptsächlich schwarz und weißt an manchen Stellen leichte Verschmutzungen auf, die wie feine Asche dargestellt ist. Aus dieser erhebt sich ein blauer Schmetterling und zudem fühlt sich das Cover besonders weich und geschmeidig an.


Fazit:

Eine fantastische Dystopie die an den Leser appelliert, dabei so nah an der Realität liegt, den Leser mit längst vergangenen Zeiten und einer großen Portion freier Kreativität in ein Deutschland entführt, unter dessen gegebenen Bedingungen ich so nicht leben wollte. Eine absolute Leseempfehlung!


Vielen lieben Dank an Lovelybooks und den Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar! (Leserunde!)

[REZENSION] "The Goddess Hunt" / "Die vollkommene Kämpferin" von Aimée Carter

Elchi | Freitag, 29. März 2013 | Kommentieren
Autorin: Aimée Carter
Seitenzahl der Printausgabe: 75 Seiten
Genre: Jugendbuch / Fantasy
Sprache: Englisch
Originaltitel: The Goddess Hunt
deutscher Titel: Die vollkommene Kämpferin
Verlag: Harlequin Teen (März 2012)
Format: Kindle Edition
Dateigröße: 256 KB
Amazon:  ASIN: B006VD56J0
ebook: 1,57 €

Teil einer Reihe? Kurzgeschichte (Teil 1.5)
(The Goddess Test Serie #1.5) 

http://www.harlequin.com




Inhaltsangabe: (Quelle: Amazon)

A vacation in Greece sounds like the perfect way for Kate Winters to spend her first sabbatical away from the Underworld...until she gets caught up in an immortal feud going back millennia. Castor and Pollux have been on the run from Zeus and Hades's wrath for centuries, hiding from the gods who hunt them. The last person they trust is Kate, the new Queen of the Underworld. Nevertheless, she is determined to help their cause. But when it comes to dealing with immortals, Kate still has a lot to learn....

A Goddess Test series ebook novella.



Autorin: Aimée Carter
Seitenzahl der Printausgabe: 70 Seiten
Genre: Jugendbuch / Fantasy
Originaltitel: The Goddess Hunt
deutscher Titel: Die vollkommene Kämpferin
Verlag: MIRA Taschenbuch (Oktober 2012)
Format: Kindle Edition
Dateigröße: 239 KB
Amazon:  ASIN: B009SL7ZD2
ebook: 1,99 €

Teil einer Reihe? Kurzgeschichte (Teil 1.5)
(The Goddess Test Serie #1.5) 

http://www.mira-taschenbuch.de/



 
Inhaltsangabe: (Quelle: Amazon)


Nachdem Kate die Prüfungen bestanden hat, muss sie Eden und ihren Ehemann Henry vorerst verlassen. Mit ihrem besten Freund James verbringt sie den Sommer in Griechenland - und wird prompt in eine Fehde zwischen den Unsterblichen hineingezogen. Seit Jahrhunderten sind Castor und Pollux auf der Flucht vor Zeus und Hades, und Kate, die angehende Königin der Unterwelt, ist mit Sicherheit die letzte Person, der die Brüder trauen. Trotz allem ist sie entschlossen, den beiden zu helfen. Bald muss Kate jedoch feststellen, dass sie im Umgang mit den Unsterblichen noch einiges zu lernen hat …


Meine Meinung:

„The Goddess Hunt“ (auf deutsch: „Die vollkommene Kämpferin“) von Aimée Carter ist die Kurzgeschichte zwischen dem 1. Und dem 2. Band der Goddess Test Serie.

Kate und Henry haben die Vereinbarung getroffen, dass Kate die Sommermonate über in den Urlaub fährt und erst im Herbst wieder nach Eden Manor zurückkehrt um anschließend gemeinsam mit Henry über die Unterwelt zu herrschen. James, Kates bester Freund und Henrys größter Konkurrent begleitet sie die 6 Monate in Griechenland. Als die beiden gerade durch einen griechischen Wald irren, scheinen zu wie durch Zufall auf die Zwillinge Pollux und Castor zu treffen, diese seit Jahrhunderten auf der Flucht vor Zeus und Hades sind. Nach und nach erfährt Kate, was damals vorgefallen ist und wie es in der Welt der Götter wirklich zu geht… Teils widerstreben ihr die Regeln und Handlungen der Götter zutiefst, so dass sie sich gegen diese auflehnt und kämpft. Sie möchte die Götter überzeugen neue Wege zu gehen und von ihren alten Richtlinien abzulassen, sie kämpft für Gerechtigkeit und möchte Pollux und Castor helfen – aber kann sie dies schaffen?

Diese Kurzgeschichte erläutert uns was in Kates Sommerurlaub vor sich ging und zeigt uns auf, dass die Götter nicht nur aus gutem Willen handeln, sondern weil sie sich teils verpflichtet fühlen so zu agieren, egal ob manch andere psychische Schäden davon tragen. Der Leser erhält auch tiefere Einblicke in Kates Gefühlswelt, sowie ihre Ansichten von Recht und Unrecht. Wir erleben wie Kate sich gegen die ach so mächtigen Götter auflehnt um ihre Meinung zu vertreten und das obwohl sie gerade erst seit wenigen Tagen unsterblich ist, jedoch noch keine Königin der Unterwelt. Aber auch Henry sind einige Kapitel gewidmet, so dass wir ihm näher kommen und mehr über ihn in Erfahrung bringen. Schließlich möchte dieser nicht gleich zu Beginn seiner neuen Ehe in einem Konflikt stehen und zwischen Kate und den Ratsmitgliedern entscheiden müssen.

Der Schreibstil ist flüssig und leicht verständlich, allerdings wirkt er an einigen Stellen ein wenig aggressiver wie im 1. Band. Auch die Kurzgeschichte ist in einzelne Kapitel untergliedert, diese jeweils den jeweiligen Protagonisten, aus dessen Sicht gerade aktuell berichtet wird als Überschrift trägt.

Die Beschreibung der Charaktere ist die gleiche wie in dem 1. Band – die Charaktere sind vielseitig und zeichnen sich jeweils durch ihre Stärken und Schwächen aus, zudem erhalten wir tiefere Einblicke in die Sichtweisen von Kate und Henry und sie wirken noch facettenreicher als vorher.

Der Titel „The Goddess Hunt“ oder auch der deutsche Titel „Die vollkommene Kämpferin“ sind treffen gewählt, da sie genau das in der Geschichte beschreiben. Es geht um die Jagd nach den Göttern und auch darum, dass Kate eine geistesstarke Kämpferin ist, die sich nicht unterkriegen lässt und ihre Meinung vertritt. Auf dem englischen, sowie auf dem deutschen Cover sehen wir das gleiche Mädchen, wie auf dem 1. Band, das sich mit ihren dunklen Haaren und dem weißen Kleid von den Grüntönen der Farne und Blätter des mit verschiedenen Pflanzen bewachsenen Waldbodens abhebt. Die Titelschrift wirkt durch ihre antike Schrift und die Verzierungen sehr ausgefallen und hebt sich durch das weiß perfekt vom Cover ab. Der Gesamteindruck des Covers wirkt auch bei der Kurzgeschichte wieder sehr mystisch.

Das beste Zitat aus „The Goddess Hunt“: „Life isn’t fair, and the sooner you realize it, the better…“ (Seitenangabe kann ich leider keine machen, da ich es als ebook gelesen habe und keine Seiten angezeigt bekomme.).


Fazit:

Eine unterhaltsame Kurzgeschichte, die uns bessere Einblicke über das Geschehen, was während Kates Urlaub mit James passiert, gewährt und uns weitere Facetten der Charaktere zeigt, dennoch mich nicht so wirklich überzeugen konnte.


[REZENSION] "Das Haus am Abgrund" von Susanne Gerdom

Elchi | Montag, 25. März 2013 | 4 Kommentare

Autorin: Susanne Gerdom
Taschenbuch: 400 Seiten
Verlag: Bloomoon. (Februar 2013)
Genre: Jugendbuch / Thriller / Fantasy
deutscher Titel: Das Haus am Abgrund
vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
ISBN-10: 3760786669
ISBN-13: 978-3760786667
Preis: 14,99 €
ebook: 12,99 €

Teil einer Reihe? Nein

http://www.bloomoon-verlag.de/





Inhaltsangabe: (Quelle: Klappentext)

Das Haus rief nach ihr...

Es war totenstill. Sie konnte das leise Rauschen der Wellen hören, das Wispern des Windes in den Ästen der Bäume. Sie war allein in dem riesigen, düsteren Haus. Die Halle, in der sie stand, war so prachtvoll wie schrecklich. Sie kannte dieses Haus so gut wie ihre eigene Hand und es war ihr gleichzeitig vollkommen fremd.

Novembertochter, flüsterte das Haus leise. Winterkind.
An deinem sechzehnten Geburtstag gehörst du endlich mir...




Meine Meinung:

„Das Haus am Abgrund“ von Suzanne Gerdom ist ein faszinierender Jugendbuchthriller, der durch seine mystischen Wesen aus der römischen Mythologie – den Laren und Lemuren – die Übergänge der realen Welt mit einer Fantasiewelt verschwimmen lässt und den Leser in seinen Bann zieht.

Der Schreibstil der Autorin ist locker und leicht verständlich. Unterstrichen und verbildlicht wird er durch die detaillierten Beschreibungen der Umgebung.  „Niedrige Häuser aus grauem Stein, die sich vor dem Wind zwischen grüne Hügel duckten, mit graugedeckten Dächern, sauberen weißen Sprossenfenstern, rot und grün lackierten Türen. Schmale, steile Straßen, das Schreien der Möwen und der Geruch des Atlantiks … alles so malerisch und so wunderschön und so zum Kotzen.“ S. 89

Die Erzählperspektive ist zunächst lediglich ein wenig verwirrend, da sie aus unterschiedlichen Perspektiven dargestellt wird. Zunächst haben wir einen personalen Erzähler, sprich die Sicht des Hauptprotagonisten Adrian in der Ich-Form. Hinzu kommt eine zweite personale Erzählform aus Sicht der Protagonistin November. Erschwerend hinzukommt, dass hierbei die Zeitformen von der Gegenwart bis hin zur Vergangenheit reichen und stets wechseln. Und zu guter Letzt  gibt es noch die Tagebucheinträge von Adrian und November, die zwischendurch eingefügt werden und im Präsens stehen.

Wie gesagt, diese Wechsel der Erzählperspektiven können zu leichten Verwirrungen führen, welche jedoch bewusst von der Autorin so gewählt wurden und die reale Welt mit den Halluzinationen des Protagonisten Adrians perfekt miteinander verschmelzen lässt. Doppelter Pluspunkt hierfür! Einfach genial! Aber keine Angst, die anfänglichen Verwirrungen sollten sich nach und nach, wie bei einem Puzzle zu einem schlüssigen Gesamtbild fügen.

Allein der Klappentext und der Innenklappentext jagen einem leichten Schauer über den Rücken und das Buch beginnt mit einer Art Prolog, dessen Wesenszüge sich durch die komplette Geschichte hindurch ziehen. Zu Beginn erfahren wir einen kleinen Rückblick über das Leben Adrians, dass seine Mutter ihn und seinen Vater verlassen hat und er nun mit zwei Vätern in dem kleinen Cottage am Hang neben dem gruseligen Haus wohnt. Das Haus, auf dem ein bösartiger Fluch lastet und die Dorfbewohner es fürchten. Auch begegnen wir direkt den unsichtbaren Charakteren, die Adrian stets begleiten – sprich den Laren, die guten Schutzgeister und den Lemuren, den bösen Geistern.

Auch die Personenbeschreibungen sind vielseitig gewählt und wirken durch ihre Stärken und Schwächen sehr authentisch. So haben wir den Hauptprotagonisten Adrian, der zu Beginn ein wenig seltsam rüberkommt, was jedoch daran liegt, dass er schwer krank ist. Er leidet an einem Hirntumor und seine Wahrnehmung verliert sich oftmals in Halluzinationen. Er fühlt sich unheimlich angezogen von dem alten Herrenhaus Heathcote Manor und auch von der schüchternen November. Zudem hat er ein Fabel für Augen, ja richtig, er ist total fasziniert von Augen aller Art und zeichnet diese gerne. „Augen faszinieren mich. Sie sind Ausläufer des Gehirns, und wenn man in ihre Pupillen blickt und sich darauf konzentriert, kann man tief hineinschauen und ein Gefühl davon bekommen, was drinnen vor sich geht. Die Welt spiegelt sich in jedem Auge, aber in seinem Zentrum steht das Ich und sonst gar nichts. Ein schwarzer, tiefer Tunnel, der in das innerste Wesen führt.“ S. 19
Adrians Vater, Toby, ist eher eine ruhige Persönlichkeit, er geht Konflikten gerne aus dem Weg und kann es gar nicht leiden, wenn er in Gedanken versunken ist und man ihn stört – er ist Schriftsteller. Adrian bewundert seinen Vater, dass er es schafft den ganzen Tag am Schreibtisch zu sitzen und Worte in die PC-Tastatur zu hauen. „Meine Gedanken verflüchtigen sich, sobald ich einen Blick auf sie werfe. Sie wollen sich nicht fangen lassen. Ich kann sie denken, aber wenn ich meine Finger bewege, um sie einzufangen, dann flitzen sie davon wie kleine silberne Fische.“ S. 113
Jonathan, der Lebensgefährte von Toby scheint das komplette Gegenteil von Toby zu sein, ein stark gebauter Mann, der auch einmal anpackt, aber in seinem inneren auch einen weichen Kern besitzt und sich liebevoll um Adrian kümmert, als wäre er sein eigener Sohn.
Zu Adrians Laren gehören der Roshi, der wie ein japanischer Lehrmeister immer einen guten Rat hat und mir total ans Herz gewachsen ist und Jenny, die scheinbar total verrückt und durchgeknallt ist und total auf Steampunk zu stehen scheint. Seine persönliche Nemesis hingegen ist der Joker, der das Erscheinungswesen wie der Joker aus Batman hat und zu den Lemuren zählt.
Ja und November wirkt eher schüchtern und geheimnisvoll. Sie ist verbunden mit dem sagenumworbenen Geheimnis des Herrenhauses Heathcote Manor und fühlt sich daher magisch von ihm angezogen. „Novembertochter, flüsterte das Haus. Winterkind. An deinem sechzehnten Geburtstag gehörst du endlich mir…“ S. 104

Der Titel „Das Haus am Abgrund“ spiegelt sich im Inhalt der Geschichte wieder und ist hervorragend gewählt. Auch die Covergestaltung, auf dieser ein düsteres Haus, dass an einer Felsenklippe im Mondschein steht, abgebildet ist und die leuchtenden Nachtfalter unterstreichen diese unheimliche schaurige Atmosphäre perfekt.

Hier nochmals eine kleine Zusammenfassung, worum es überhaupt geht:
Adrian ist schwer krank; er leidet an einem Hirntumor und seine Wahrnehmungsfähigkeit ist oft verzehrt, weshalb die Wirklichkeit mit seinen Halluzinationen zu verschmelzen scheint. Umgeben ist er oftmals von Laren und Lemuren, die einen sind im Freund, die anderen Feind. Er wohnt mit seinem Vater und dessen Lebensgefährten in dem kleinen Cottage in St. Irais, direkt neben dem sagenumworbenem düsterem Herrenhaus Heathcote Manor auf diesem ein bösartiger Flucht lastet und die Dorfbewohner es daher fürchten. Eines Tages begegnet er der geheimnisvollen November, diese auf mysteriöse Weise mit dem Haus verbunden ist. Er fühlt sich ebenso sonderbar zu diesem Mädchen hingezogen, wie auch zu dem Haus…


Fazit:

Ein faszinierender Jugendbuchthriller dessen Wirklichkeit mit einer Fantasiewelt aus Laren und Lemuren verschmilzt und den Leser magisch in seinen Bann zieht und mit einer Gänsehaut zurück lässt. Einfach grandios und mit bestem Gewissen zu empfehlen!




Liebe Susanne, vielen lieben Dank für das bereitgestellte Rezensionsexemplar und die liebe Signatur!

Buchpost aus IBIZA!

Elchi | Mittwoch, 20. März 2013 | 4 Kommentare
Yippieh, es ist angekommen und das sogar wesentlich schneller als erwartet!

Ihr fragt euch sicherlich gerade was bei mir angekommen sein soll... Buchpost aus Ibiza!

So sah die Buchpost aus, die ich heute morgen (noch im Trockenen, da es jetzt gerade aus allen Wolken schüttet) aus dem Briefkasten geholt habe!

Die Adressen wurden der Privatsphäre halber ein wenig verzerrt, also nicht wundern, es war eine normale Adresse darauf :)


Da fällt mir so ganz spontan ein... "Oho, we're going to Ibiza.... oho, back to the island...." Mmh, wobei naja, es müsste eher heißen "'I'm coming from Ibiza..." *lol Mit dem Buch hätte aber auch ruhig die Sonne direkt mitkommen können *g Aber womöglich hat diese nur ein wenig Verspätung da sie mit einer anderen Maschine geflogen ist.


Wollt ihr wissen was sich in dem Umschlag befand???


"Die Wunschmaschine - Im Zeichen der grünen Sonne"
von Alexander Rothe


Das war aber noch nicht alles, denn der liebe Alexander hat sogar noch eine total knuffige Zeichnung beim Signieren hinterlassen...



Einfach total goldig, oder???


Lieber Alexander, vielen lieben Dank für diesen wundervollen Gewinn und diese herzallerliebste knuffige Signatur, ich freue mich sehr!!!



Die Wunschmaschine - Im Zeichen der grünen Sonne

Autor: Alexander Rothe
Gebundene Ausgabe: 336 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (Baumhaus); (12. Oktober 2012)
Genre: Jugendbuch / Fantasy
Sprache: Deutsch
Originaltitel:Die Wunschmaschine - Im Zeichen der grünen Sonne
vom Hersteller empfohlenes Alter: 10 - 12 Jahre
ISBN-10: 3833901535
ISBN-13: 978-3833901539
Preis: 14,99 €
ebook: 11,99 €

Teil einer Reihe? Ja, 1. Teil

http://www.baumhausonline.de/





Inhaltsangabe: (Quelle: Klappentext)

Endlich Ferien! Doch die 14-jährige Myriam, ihr Bruder Alex und die Nachbarskinder Petra und Tom müssen zu Hause bleiben. Sie ahnen, dass das für sie Langeweile bedeutet. Aber dann entdecken sie plötzlich einen unterirdischen Gang, der sie zu dem verrückten Professor Aurelius Grünspan führt. Und damit beginnen unglaubliche Abenteuer, denn die vier Freunde machen sich auf die Suche nach den verschwundenen Teilen der geheimnisvollen Wunschmaschine. Ihr erstes Ziel: Ägypten!


Hier das kleine Interview mit Alexander Rothe!

Aktueller Status

Elchi | Freitag, 8. März 2013 | 3 Kommentare
Hallo ihr Lieben,

ich wollte euch nur mittielen, dass ich das Wochenende vorerst nicht großartig zu erreichen bin, da ich mal wieder einen exklusiv Ausflug in die Uniklinik Frankfurt gebucht habe...

Zu der blöden Grippe und dem Fieber, dass kein bisschen runter gehen möchte, habe ich nun noch wie eine Art allergische Reaktion und sehe im Gesicht aus wie ein verbeulter Kürbis. D.h. meine Augen- und Nasenpartie ist dermaßen zugeschwollen und verquaddelt, dass ich nichts erkennen kann, sehe total verschwommen und habe nur so 2 dünne Schlitze da, die total tränen.

Daher packe ich gerade meine Sachen, da ich eingewisen wurde und werde gleich gefahren. Notebook wird zuhause bleiben, zumindest vorerst...

Bitte habt daher ein wenig Geduld, da es mir gerade ganz mies geht...

Liebe Grüße
eure Elchi

[REZENSION] "Rockoholic" von C. J. Skuse

Elchi | Mittwoch, 6. März 2013 | 5 Kommentare

Autorin: C. J. Skuse
Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
Verlag: Chicken House (Februar 2013)
Genre: Jugendbuch / Contemporary
Originaltitel: Rockoholic
deutscher Titel: Rockoholic
vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 16 Jahre
ISBN-10: 3551520402
ISBN-13: 978-3551520401
Preis: 16,95 €
ebook: 11,99 €

Teil einer Reihe? Nein

http://www.carlsen.de/chicken-house




Inhaltsangabe: (Quelle: Klappentext)

Kreisch! Jodys Lieblingsband ist in der Stadt. Klar, dass sie schon 14 Stunden vor Konzertbeginn da ist. Denn sie muss unbedingt ganz vorne stehen. Es geht schließlich um Jackson, den tollsten aller Leadsänger. Allerdings ist Jody nicht die Einzige und in dem ganzen Gedränge und Geschubse kippt sie einfach um, knallt auf den Boden und anstatt vor der Bühne zu stehen, wacht sie Backstage auf einer Liege auf. Schlimmer kann es nicht werden. Außer - man entführt einen Rockstar, versteckt ihn in der Garage und versucht so zu tun, als habe man alles im Griff.

Das ist Rock 'n' Love! 



Meine Meinung:

„Rockoholic“ von C. J. Skuse ist ein authentisches Jugendbuch über die „Liebe zu einem Rockstar“, das „verdrehte Weltbild einer scheinheiligen Medienwelt“ und die „Erkenntnis der bitteren Wahrheit“.

Der Schreibstil ist sehr jugendlich und lässt sich locker flockig lesen. Die Erzählperspektive wird dabei aus der Sicht der Hauptprotagonistin Jody in der Ich-Form geschildert und die Sichtweise der Protagonistin ist einfach total eigen und hat mich zum Lachen gebracht.

Jody ist ein sechzehnjähriges, naives Mädchen mit den typischen Selbstzweifeln, die in ein Fettnäpfchen nach dem anderen tritt. Ihr Leben ist das reinste Chaos. Zudem dreht sich bei ihr alles nur um einen – Jackson Gatlin – den Leadsänger von The Regulators, ihrer absoluten Lieblingsband. Sie steckt ihr ganzes Geld in irgendwelche Fanartikel, jede Zeitschrift mit dem noch so kleinsten Artikel oder Bild wird gekauft, ein kostspieliges Benefiz-T-Shirt bei ebay ersteigert und selbstverständlich die Konzertkarte. Sie will ihrem Star so nahe wie nur möglich sein und hofft seinen Idealvorstellungen zu versprechen, darum entschließt sie sich kurzerhand Vegetarierin zu werden, als die Presse mitteilt, dass Jackson Vegetarier sei und liest natürlich jedes Buch, von dem sie erfährt, dass er es gelesen hat.
 Ihre Mutter kann all dies nicht nachvollziehen und wünscht sich, dass Jody manchmal ein wenig mehr ihrer ach so perfekten Schwester Halley ähneln könnte.  
Auch Jodys bester Freund Mac, kann dieses ganze Tramtram um Jackson nicht ganz nachvollziehen, erweist sich aber in jeder Hinsicht als bester Freund und steht Jody beiseite wo er nur kann. Mac träumt von einer Musicalkarriere und spielt die Hauptrolle in „The Rocky Horror Picture Show“. Die Rolle des Transvestiten steht ihm wie auf den Leib geschneidert, denn auch im richtigen Leben weist er sehr viele weibliche Züge auf, weshalb jeder vermutet, dass er schwul sei.
Tja, und dann ist da noch Jackson Gatlin, der Leadsänger der Rockband „The Regulators“. Fleischgewordener Traum aller Mädchen, oder???

Bald ist es soweit das große Konzert der Regulators steht an. Jody wird ihrem Schwarm ganz nah sein; um auf dem Konzert in der ersten Reihe zu stehen, damit er sie auch ja sieht, steht sie sich selbstverständlich stundenlang schon seit frühmorgens die Beine in den Bauch. Allerdings macht ihr der Lärm, die stickige Luft und das Gedränge in der Konzerthalle zu schaffen und sie findet sich im Backstage-Bereich auf der Krankenstation wieder. So ein Mist, aber Moment, wer kommt denn da in den Backstage-Bereich, es ist… Jackson. Dieser wirkt aber auch ein wenig durcheinander und als Jody ihm ihr Curly Wurly anbieten will, gerät alles außer Kontrolle. Jody fackelt jedoch nicht lange und nutzt die Gelegenheit und entführt ihren Star einfach mal so… Klingt wahrhaftig wie ein Traum, oder, aber die Realität sieht leider anders aus, diese bittere Erkenntnis muss Jody nach und nach die nächsten Tage machen, da sie Jackson zuhause in ihrer Garage versteckt hält.

Die Idee und die geniale Umsetzung, wie die Autorin die Handlung aufgebaut hat, sind einfach grandios. Denn ich denke so gut wie jedes Mädchen hat bereits schon mal für irgendeinen Star geschwärmt und sich die verrücktesten Ideen im Kopf zu Recht gelegt. Die Autorin greift diese Euphorie auf und zeigt nur zu deutlich, was passieren kann, wenn alles aus dem Lot gerät und wozu ein Mensch in der Lage ist. Auch bringt sie wunderbar die Scheinheiligkeit der Presse- und Medienwelt zur Geltung und den Druck der dahinter steht, wenn man Berühmt ist. Ein wenig skurril hingegen fand ich jedoch wie die Entführung abgelaufen ist, da es im wahren Leben mit Sicherheit nicht so einfach gewesen wäre.

Der Titel „Rockoholic“ passt ganz gut zur Geschichte und auch die Covergestaltung ist hervorragend gewählt. Der Rosa Hintergrund spiegelt perfekt diese Mädchenträumerei wieder und auch die Kopfhörer zeigen deutlich, dass es um Musik geht.


Fazit:

Authentisches Jugendbuch für Mädchen über die „Liebe zu einem Rockstar“, das „verdrehte Weltbild einer scheinheiligen Medienwelt“ und die „Erkenntnis der bitteren Wahrheit“, das mit liebevollen Charakteren und besonderem Tiefgang für vergnügliche Lesestunden sorgt. Absolut zu empfehlen!!!





Vielen lieben Dank an den Chicken House Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar!